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Israelitisches Predigt-Magazin · 1879-01-01 · 1 (1879) · p. Seite 201

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
5 (1879)
Issue
1 (1879)
Date
1879-01-01
Page
Seite 201 (sequence 214)
Language
German
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Wort, daß der Verrath in unserer Mitte nistet, ein Wort unfaßbar für jedes Herz, das nicht ganz von Gott verlassen ist, das nicht ganz mit der Redlichkeit gebrochen hat. Weh denen, die Verrath sinnen dem deutschen Lande, in dem sie geboren sind, von dessen Kultur und Bildung sie ihres Geistes Zehrung empfangen haben! Aber weh auch denen, die böswillig solch schwere Anklage erheben wider den Redlichen, der nur anders als sie über die Waltung des Staates denkt; wir ehren den warnenden Ruf dessen, der auf der Wacht steht wider den Feind des Landes; aber wir müßten aufs tiefste verabscheuen den, der in Ermanglung besserer Waffen Unglimpf wirft auf den redlichen Gegner. So tobt die Schlacht durch Land, nirgend ein Ausweg, eine Aussicht, daß Friede und Versöhnung wiederkehren werden. Und wieder feiern wir den Sedantag, aber anders als in vergangenen Jahren. Wenn wir früher hier an diesem Tage wie zum Feste vereint waren, da feierten wir den Frieden. Wie jenes wackere jüdische Weib, das zum Propheten eilte, auf der Frage: ״Warum gehst du heute zu ihm, da doch nicht Sabbath und nicht Festtag ist, kurz die Antwort gab: ,שלום ״der Friede treibt mich zu dem Gottesmann", so konnten wir sagen, die Arbeit ruht und wir eilen in das Heiligthum, weil der Friede uns ruft. Heute jedoch möchte uns diese Antwort nicht glatt von! Munde fließen, da sich die Parteien mit blindem Hasse verfolgen, da die entfesselte Wuth selbst das Schlimmste nicht scheut und das tödliche Geschoß wider den Mann sendet, der das Vertrauen des Kaisers wie des Landes genießt und seinen Namen getrost neben den Größten setzen darf, von denen die Geschichte kündet. Und dennoch will es scheinen, daß gerade für solche Zeiten der Schlachtentag der bestgewählte sei zur Erinnerung an die glorreiche Zeit, daß auch hier die Weisheit unseres Kaisers auf die rechte Bahn geleuchtet hat. Die Menschheit kann eben in ihrem jetzigen Zustand nur Sieges-, aber keine Friedenstage begehen. Da wird ein Friede geschlossen und wir meinen, nun habe die Fehde ein Ende. O nein, noch giebt

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