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Israelitisches Predigt-Magazin · 1879-01-01 · 1 (1879) · p. Seite 198

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Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
5 (1879)
Issue
1 (1879)
Date
1879-01-01
Page
Seite 198 (sequence 211)
Language
German
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198 neu, daß um den Siegespreis noch manch harter Kampf zu bestehen sein werde. Aber dieses sonnige Hoffen erfüllte sich nicht. Die mächlige Nation, die wir befehdeten, wollte sich auch, da sie am Boden lag, dem Entscheidungsspruche so vieler Schlachten nicht unterwerfen und hielt es für ein Gebot der Ehre, den aussichtlosen, ihnen und uns verderblichen Streit fortzusetzen. Es kamen die freudlosen Monde, die, wie tapfer und tüchtig sich auch das Heer erwies, unserem Ruhme keine Mehrung, unserer Macht keinen Gewinn bringen könnten. Die Stätten, welche die Gunst der Natur, und die Kunst der Menschen wol zu den schönsten der Welt ausgestattet hatten, sie waren nunmehr der Schauplatz der langsam zehrenden Fehde, dev so Viele erlagen. Endlich brachte die Erschöpfung den Frieden; aber alsder Tag von Sedan miederkehrte, da. fand er das Gefühl der Deutschen gar sehr getheilt in seiner Schätzung; hatte er doch sogar nicht Wort gehalten und hatten sich doch so viele bange Tage eingeschoben zwischen ihn und den Tag der Heimkehr. Wozu der Jubel, da dieser Tag uns wol ein erstaunliches- Schauspiel, aber nicht das Ziel unseres Sehnens gebracht hat, da es noch nach ihm unsäglicher Mühen bedurft hat, um die Einung des Vaterlandes zu gewinnen. Lässig blieben die Massen, und schwer war es, das Volk dafür zu erwärmen, daß es den Tag von Sedan zum nationalen Feste heraushebe und ihn besonders weihe der Erinnerung an Sieg und Rettung, an Einung und Größe des Vaterlandes. Wie dereinst Gideon, als er in den Krieg zog, einen Altar baute הי שלום ״dem Gotte des Friedens", so war auch der Deutsche nur hinausgezogen um den Frieden heimzubringen. ה׳ שלום den ״Gott des Friedens" wollten die frommen und treuen deutschen Männer feiern, die nimmer um eitlen Ruhm ihr Leben und das Glück der Ihren gefährdet hätten. Hierhin und dorthin fluthete die Meinung, welchen Tag man zur Erinnerung an Rettung und Ruhm herausheben sollte, gespalten war das Volksgest'chl und höhnend sagten gar Viele: das sei die alte

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