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Israelitisches Predigt-Magazin · 1879-01-01 · 1 (1879) · p. Seite 191

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
5 (1879)
Issue
1 (1879)
Date
1879-01-01
Page
Seite 191 (sequence 204)
Language
German
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191 das Gegentheil, den Schmerz, nicht mißachten, ihn nicht von euch weisen, wenn er euer Inneres füllen, eure Seele durchziehen, euren Augen eine heiße Thräne entlocken sollte, deßhalb dürft ihr auch dem Schinerze nicht Schweigen gebieten, wenn er einmal seinen Mund öffnen und in erschütternden, Herzzerreißenden Tönen zu euch sprechen, euch sein Leid und Weh klagen sollte, auch der Schmerz ist heilig, er bewahrt dich Erdensohn vor Stolz und Hochmuth, vor Dünkel und Ueberhedüng, auch die Erinnerung an den Tod ist heilsam, sie lehrt dich, wie kurz und flüchtig das menschliche Leben, wie eitel und vergänglich das irdische Gut, wie voll Demuth der Einkags-Mensch gegen seinen ewigen Schöpfer sein müsse. Diesem Rufe des heutigen Tages: אחוז בזה ונם מזה ״ אל תנה ידךdaß wir der Freude die Pforten unseres Her- Zens weit öffnen, aber auch dem Schmerz uns nicht verschlie- Hen," — wollen wir nun in dieser Stunde unsere Aufmerksamkeit Zuwenden. Den Text für unseren Vortrag bildet ein Wort uns dem jerusalemischen Talmud in Bezug auf den Regen, den wir heute in nnserem Mess.rph-Gebete vom Himmel erflehen. — Die Stelle lautet: בזכות נ״ דברים הנשמים ״ יורדין ׳בזכות הארץ׳ בזכות החסד, בזכות היסוריןDrei Dinge fördern den Regen: 1) die Erde, 2) die Liebe, 3) der Schmerz. Lasset uns diese dunkle Stelle in heiliger Andacht zu unserer Erbauung näher beleuchten! I. Drei Dinge, sagt unser Text, fördern, machen niederstei- Zen den göttlichen Segen vom Himmel zur Erde, und eines ist הארץ, die Erde selber. Die Erde, m. A., ist die Stätte, die Gott dem Menschen zum Aufenthalte gegeben, auf dieser Erde soll er wohnen, was sie trägt und hervorbringt genie- Hen. Die Erde soll er bearbeiten und am Fleiße, am Segen seiner Arbeit sich erfreuen. השמים שמים לה׳ והארץ נתץ ״ לבני אדםDer Himmel gehört Gott, die Erde gab, schenkte er den Menschenkindern." Ist es aber, m. A., nicht natürlich und selbstverständlich, daß ein Geschenk des Gebers würdig

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