Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 5 (1879)
- Issue
- 1 (1879)
- Date
- 1879-01-01
- Page
- Seite 192 (sequence 205)
- Language
- German
- Belongs to
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sein müsse? und muß diese Erde, die Gott uns geschenkt^ nicht eine unerschöpfliche Quelle des Segens und Glückes, muß die Erde nicht alles Schöne und Gute, alles Herz- und Aug^ Erfreuende bieten können, wenn sie des göttlichen Gebersnur einigermaßen würdig sein soll! Wie? Gott der Allmächtige und Allgütige hätte eine Erde geschaffen und sie dem Menschen gegeben, ohne daß sich auf ihr alles befindet, was zum Glücke des Menschen nothwendig! ohne daß sie, die Erde, durch ihre Fülle, durch ihren reichen Segen, durch ihre Pracht, und Herrlichkeit für die unendliche Größe und Macht, für die Güte und Weisheit Gottes zeugen sollte. הגשמים יורדין ״ בזכות הארץder Regen, sagt unser Text, der göttliche Se^ gen füllet die Erde, schon der Erde wegen", damit sie ihrem göttlichen Zwecke entspreche, ihre heilige Aufgabe würdig löse, damit sie dem Menschen eine Stätte des Glückes und der Freude werde, und gleichsam ein Loblied auf die Größe und Erhabenheit Gottes bedeute. — Das Succothfest, m. A., war bekanntermaßen ein Erdenfest, es war die Zeit, ״wo man Alles eingesammelt", was die Erde Schönes und Gutes gebracht und gegeben, und da ruft die Thorah ihren Bekennern zu: זשאבתם ״ מים בששון ממעיד הישועהSchöpfet denn das Wasser in Wonne aus den Quellen des Heils"! d. h. freuet euch, seid glücklich und genießet auch, was die Erde euch gebracht, die Natur euch gegeben. Nicht Entbehrung und Entsagung, nicht künstlich erzeugten Gram und Schmerz wünscht das Indenthum; im Gegentheil! עבדו את ה בשמדזה heiter und glücklich sollt ihr vor Gott erscheinen und ״freuen sollt ihr euch stets vor eurem Gotte." — Der גשם sagt uns aber nicht nur, daß wir die Güter der Erde genießen, sondern auch, wie wir sie genießen sollen und dürfen — wenn der Genuß nicht, anstatt zum Heil, zum Unheil gereichen soll. — Vom גשם״" Regen, wenn er zum Segen und nicht zum Fluche gereichen soll, gilt die erste Bedingung: nicht zuviel und nicht zur Unzeit- Zuviel Regen schadet, der Regen zur Unzeit wirkt nur schädlich und verderblich — und das gilt auch vom Genuß der Erdengüter, nicht zuviel und nur