Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 5 (1879)
- Issue
- 1 (1879)
- Date
- 1879-01-01
- Page
- Seite 168 (sequence 181)
- Language
- German
- Belongs to
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168 nigsten Anschluß an Jomkippur, ein Fest der Doppelernte, und schöpften Wasser in Jubel aus den Quellen des Heils. Eine symbolische Handlung war dieses Wasserschöpfen, das sie mahnte an den Quell des Lebens. Der Unfromme erntet, aber wird er der Ernte froh? Je reicher der Ertrag ist, desto geringer ist ihm oft der Segen, desto mehr wachst die Sorge, ob nicht irgend ein Unglück ihm die Ernte vernichten möchte oder wie er recht großen Gewinn daraus ziehen könnte und dgl. mehr; sein Getreide hat sich gemehrt, aber nicht seine Freude. Im Hinblick auf sie sagt der heilige Sänger: ״Mir hast du Freude ins Herz gegeben zur Zeit, da ihnen nur Korn und Most sich mehrt. Die Gottlosen verschließen oder veschwenden den Ertrag der Arbeit, und nur die Frommen genießen ihn. Sie kennen den Gott, der die Sünde sühnt, den Segen spendet und seine Frommen behütet. Dieser Tag, der Herr hat ihn uns gegeben, laßt uns jauchzen, laßt uns sein freuen." Amen! XXII. Der Tod Moses. predigt am Schlußfeste (Schmini Azeres). M. A.! Wir stehen am Schluß der geweihten Zeit, die die göttliche Satzung an den Beginn des jüdischen Jahres gestellt hat; mahnend, versöhnend, erfreuend, hat sie unser Herz berührt; den Treuen und Frommen war sie eine leuchtende Sonne, deren volle Strahlen in das Gemüth hineinfielen. Gott sprach, es werde Licht, und es ward Licht in unserer Seele; wir waren getröstet und gehoben; aber selbst denen, die ihr Auge und Herz verschließen, siel ein matter Schein in den umnachteten Sinn. Kannten sie auch nicht