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Israelitisches Predigt-Magazin · 1879-01-01 · 1 (1879) · p. Seite 166

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
5 (1879)
Issue
1 (1879)
Date
1879-01-01
Page
Seite 166 (sequence 179)
Language
German
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166 der Halle und dem Altar, da standen fünfundzwanzig Männer, den Rücken zum Hechal des Ewigen, und das Angesicht gen Osten und sie bückten sich gegen Osten zur Sonne; und die Gottheit redete: Siehst du es, Menschensohn? Ist es denn zu gering für sie, daß sie diese Gräuel verüben, daß sie das Land mit Unsitten füllen, und immer wieder mich erzürnen und mich beschimpfen ins Angesicht." Die Vergleichung dessen, was Hesekiel im Tempel wahrnahm mit den Erscheinungen, welche das jüdische Gotteshaus noch heute bietet, liegt nicht fern. Die Einen, und das sind noch die Bessern, sie zittern und beben am Jomkippur, wie man wohl vor einem wilden Thiere bebt, das uns zu zerreißen droht, wie man das Feuer fürchtet, das von allen Seiten seine glühenden Ströme gegen uns ergießt, sie sehen, wie es im Propheten heißt, das Bild der Eifersucht, der zornsprühenden, es ist die ״ תשובה מיראהdie Buße aus Furcht"; die Andern sind vor der Welt religiös, aber im Geheimen huldigen sie jedem Aberglauben, sind sie Tagewähler und Zeichendeuter, sie schämen sich ihrer Thorheit, aber sie können davon nicht lassen, sie glauben an gute und böse Vorzeichen und sie haben zuweilen ihr Heidenthum auch in den Brauch der Religion selbst einzuführen verstanden. Durch eine Lücke der Wand sehen wir, wie Hesekiel retet, die Priester allen Götzendienst treiben, denn sie haben kein Vertrauen zu Gott, sie sagen, er sieht uns nicht, er hat uns verlassen; — und wieder traf Hesekiel Frauen, die beweinten den Thamus. Thamus ist der Name eines assyrischen Götzen und eines Monats, der nach dem Götzen benannt wird; in diesem Monat steht die Sonne im Zenith, da leuchtet sie mit ihren schärfsten Strahlen, machtvoll herrschend; von da ab geht sie niederwärts. Sie beweinten den Thamus, sie dachten der Zeit, da die Sonne ihres Lebens im Zenith gestanden, und klagten um die entschwundene Jugend, um die verlorene Schönheit, daß ihre Sonne im Niedergang sei; eitle Klage, die dem Unwiederbringlichen gilt. Aber sind es nicht Gedanken dieser Art, die am häufigsten die Besucher des Gottes-

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