Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 5 (1879)
- Issue
- 1 (1879)
- Date
- 1879-01-01
- Page
- Seite 165 (sequence 178)
- Language
- German
- Belongs to
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Werktagsstimmung geblieben wäre; nicht wenn die Erregung hes Gemüths uns zum Gebete treibt, sollen wir zum Tempel wallen; in solchen außerordentlichen Momenten ist am Ende jede Stätte gut genug zur stillen Zwiesprache mit unserm Schöpfer, sondern, um eben diesen Drang zum Gebete in uns Zu wecken, sollen wir unsere Schritte lenken zum Heiligthum des Herrn; denn kommen wir zu ihm, so kommt er zu uns, sagt Hillel und bezeugte damit den Priestern seine Liefe Ehrfurcht vor dein Tempel zu Jerusalem. Hillel hat wol mit solchen Scherzen noch mehr Licht über seine Umgebung ausgebreitet, als mit der Fackel, die er in seinen Händen schwang. — Wenn aber der Umzug zu Ende war, da wandtell die Leviten ihr Angesicht von Osten nach Westen und sprachen: ״Unsere Vä- 4er, die an diesem Orte waren, wandten den Rücken dem Tempel zu und das Angesicht nach Osten und sie bückten sich nach Osten zur Sonne, wir aber haben unser Auge zu Gott gerichtet." Diese Stelle erhält Aufschluß durch ein Kapitel aus dem Propheten Hesekiel. Hesekiel saß einst inmitten der Weisen und Aelteften, da Äberkam ihn der Geist Gottes und es war ihm, als würde er nach Jerusalem entführt und dort zeigte ihm der Herr am Thor des Altars das Bild der Eifersucht, der zornsprüchenden. Uud da der Prophet gewahr wurde, unter welchen Bildern und Vorstellungen das damalige Israel seinen Gott verehrte, sagte der Herr: ״Siehst du, was sie thun? Große Gräuel, die Israel übt, daß sie fern sind von meinem Hei- Ugthum; und du wirst noch größere Unbill schauen. Und ich sah durch die Lücke einer Wand, so fährt Hesekiel fort, allerhand Bildniß von Thieren, Drachen, und alle Götzen Jsraels, und siebzig der Alten brachten Opfer den Götzen und es stieg auf die Wolke des Räucherwerks. Da sprach der .Herr: das thun die Aelteften des Hauses Israel im Dunklen und reden: Gott sieht uns nicht, Gott hat das Land verlassen. Und als er weiter im Geist den Tempel durch wallte, da traf er Frauen sitzettd, beweinend den Thamus. Jndeß den größ- Uw der Gräuel traf er im Vorhof zum Allerheiligsten, zwischen