Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 5 (1879)
- Issue
- 1 (1879)
- Date
- 1879-01-01
- Page
- Seite 158 (sequence 171)
- Language
- German
- Belongs to
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158 rnen und Feierlichkeiten des Gottesdienstes, als sei dies der Endzweck, daß der Gottesdienst schön sei. Heißt das nicht den Griff des Schwertes höher achten als seine Klinge, und waren sie nicht stets Zielscheiben des Spotts, jene Leute, die bei Paraden und Schaustellungen sich so trefflich und in ernitem Kampfe sich so schlecht bewährt haben? Wir haben jetzt Ln diesem Hause den Gottesdienst wesentlich verschönt, und -die Gemeinde hat gegen Alle die Pflicht der Dankbarkeit, die HU diesem schönen Werke sich verbunden und in freudigem ׳Eifer sich ihm gewidmet haben; aber es wäre eine Ueber- Lreibung und eine Thorheit, wenn behauptet würde, daß erst jetzt die Andacht in diesem Hause möglich sei; nein, auch vordem, auch ohne Klang und Sang, haben sich die frommen Gemüther hierzu Gott erhoben; sie hatten die Klinge die scharfe And schneidige, wenn auch die Schönheit des Knaufes vieles HU wünschen ließ. Was wäre das auch für eine Andacht, die ihren Ursprung in äußern Kräften hätte, die nicht aus der Tiefe des eigenen Gemüthes herausströmt; der Prophet hat das Wort: 'fi ״ .מקוה ישראלEin Brunnen der Hoffnung ist Gott für .Israel" und die Alten fügen hinzu: wie der Quell die Unreinen sühnt, so Gott die Israeliten. Was die Alten mit ׳diesem Vergleich sagen wollen, ist Folgendes: Wir müssen den Brunnen aufsuchen, wir müssen uns in seine Fluthen tauchen, wenn er seine reinigende Wirkung auf uns üben soll; und so müssen wir Gott eifrig suchen, wir müssen uns versenken rn Andacht und Gebet, wenn Gott uns sühnen soll. In der -eigenen Seele strömt uns der Quell, der uns sühnt; die Außenwelt kann uns wenig bieten zur Erweckung der Andacht, wenn das eigene Herz kalt und stumpf ist. Von Jakob wird erzählt, er sei auf seiner Wanderung Hu Laban von der untergehenden Sonne überrascht worden, da habe er sich auf freiem Felde niedergelegt, auf hartem Steine ruhte sein Haupt und er schlief ein. Und er hatte den Traum, wie eine Leiter auf der Erde stand, deren Gipfel Zum Himmel reichte, und die Engel Gottes gingen auf und