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Israelitisches Predigt-Magazin · 1879-01-01 · 1 (1879) · p. Seite 136

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
5 (1879)
Issue
1 (1879)
Date
1879-01-01
Page
Seite 136 (sequence 149)
Language
German
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136 verhieß ihm, auch über Jsmael zu wachen. Das Glück der Menschen hat einen nicht geringen Feind an dem Wechsel, dem allgemeinen Gesetz dieser vergänglichen Welt, einen größern an dem Uebermuth, dieser Giftpflanze, die fast nur auf dem üppigsten Boden gedeiht. So wunderlich ist das Herz, daß es vom Glücke verhärtet, vom Mißgeschick weich und mild gestimmt wird. Sarah bringt Kummer, schweren bittern Harm über Abraham, den eben noch so glücklichen, und dem Frieden des Hauses mußte dieser das schwere Opfer bringen, daß er die Hagar und den Jsmael fortschickte. Geschickte Künstler haben mit Vorliebe diese Scene bildlich dargestellt. Da sehen wir Hagar bittend zu ihrem Herrn gewendet, daß er sie bei sich behalte, daß er sie nicht von dem Hause stoße, mit dessen Schicksalen sie gleichsam zusammengewachsen war; aber der wilde und trotzige Knabe faßt sie am Arme und will sie gewaltsam fortziehen, sein Stolz erträgt es nicht als eine Gunst zu erbetteln, was sein Recht ist. Abraham selbst ist tief bekümmert, rathlos und fassungslos, wie einer, der ertragen, ja der thun muß, wodurch sein Gefühl aufs tiefste verletzt wird. Dort im Winkel steht Jsak, das Kind, für welches dieses Schreckliche geschieht, aber er hat gar keine Freude daran, er sieht nur, daß ihm der lustige Spielkamerad entführt wird, und hätte er nicht Angst vor dem wilden Blicke Jsmaels, er möchte am liebsten zu ihm hineilen, um ihn zurückzuhalten versuchen. Ganz abseits steht Sarah und schaut auf ihr Werk und droht dem Abraham, daß er nur ja keiner Regung des Mitleids Gehör gebe; ein böses finsteres Antlitz, sogar Schadenfreude finden wir auf diesen Zügen ausgeprägt. Aber scheltet sie nicht allzusehr, das arme gequälte Mutterherz, das von der Liebe zum Haß gejagt wird. Jsmael war eine rauhe, ungefüge Natur, die mit aller Welt im Streite lag; er war nicht bös geartet, aber allem Ungestüm seines momentanen Empfindens preisgegeben; ihn lockte der Götzendienst der Völker, unter denen Abraham lebte, die Jagd war sein späterer Lebensberuf, schon in dem Knaben

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