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Israelitisches Predigt-Magazin · 1879-01-01 · 1 (1879) · p. Seite 132

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
5 (1879)
Issue
1 (1879)
Date
1879-01-01
Page
Seite 132 (sequence 145)
Language
German
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132 seine Ehre verletzt, seinen guten Namen gekränkt haben, rvarum sollte er dies Gebet nicht leicht und glatt aussprechen und warum sollte der Herr ihn: seinen Wunsch nicht gewähren und dem vergeben, der selbst vergiebt! Und wiederum tritt ein Anderer vor Gott und betet, daß seine Schuld ge^ sühnt, sein Vergehen getilgt werde, er selbst aber trägt den Haß im Herzen und die Mißgunst, uub kann die Hand nicht reichen dem, der ihn beleidigt hat und sein Auge schaut mit Jngrimnt auf das Wohlergehen seines Gegners, der könnte wol nur stammelnd und abgebrochen zu Gott beten, daß ihm verziehen werde, da er doch die Hand des Bntders von sich stößt; darf der wol rechnen, daß sein Sehnen nach der göttlichen Gnade erfüllt werde? Oder es bittet Jemand, daß ihm seine Arbeit gedeihe und Nutzer: bringe und ihm fehlt der feste Entschluß, den Dürftigen zu reichen von dem Ueberfluß, auch dem wäre der eigene harte Sinn wie eine Klippe, an der sich der Fluß der bittenden Worte bräche und auch dem blühte schwerlich die Hoffnung, daß Gott ihn! die Liebe gewährt, die er seinen Nebenmenschen versagt. Da bittet einer un: Leben und Gesundheit und denkt nur an Genuß und Freude, und nimmt nicht die Pflicht auf sich mit seiner Kraft einzustehen in der Noth des Nächsten. Wieder einer erfleht Weisheit wie einen Schmuck, eine Zierrath der eigenen Persönlichkeit, nicht wie man ein Werkzeug wünscht, mit den: das Wohl Anderer gefördert wird; und diese sollten den Muth haben, vor Gott, der ir: die Herzen schaut und die Eigensucht als die Wurzel erkennt, aus welcher die Wünsche sprießen, glatt und ohne Anstoß diese Bitten auszusprechen? diese könnten wirklich der Hoffnung sich hingeben, Erhörung zu finden? Ihr eigenes Gewissen spricht ihnen das Urtheil, giebt ihnen den allerdings trüben Einblick in die Zukunft, daß sie un:sonst beten; davon sind ihre stockenden Worte ein fast untrügliches Zeichen. Der Mensch jedoch, der treu zu I seinen: Gotte steht, der nicht nur zum eigenen Heile, sondern auch zur Wohlfahrt seiner Genossen sein irdisch Gut verwendet, der mit seiner Einsicht den: Rathlosen, mit seiner Kraft

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