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Israelitisches Predigt-Magazin · 1879-01-01 · 1 (1879) · p. Seite 133

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
5 (1879)
Issue
1 (1879)
Date
1879-01-01
Page
Seite 133 (sequence 146)
Language
German
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133 ~י » dem Schwachen, mit seinem Gute dem Armen aufhilft, der darf zuversichtlich hoffen, daß sein Verlangen gewährt wird, zu dem spricht der Herr: Du erfüllst mein Gebot, so erfülle ich auch dein Gebet. Leicht und frei offenbart er sein Begehr und dieser leichte flüssige Ton darf ihm als Zeichen gelten, daß, da er nichts Ungebührliches fordert; er nicht vergeblich sein Herz vor dem Herrn ausgeschüttet hat. התענג ״ על ה׳ ויתץ לך משאלות לבךHab deine Freude am Herrn und seiner Satzung, und er erfüllt dir den Wunsch deines Herzens". So einfach ist das Wunder, von welchem der Weise meldet; sein Wahrheitssinn war sein Prophet; wer diesen in sich ausbildet, daß er Scheu empfindet vor der Falschheit und Lüge, daß er sich scheut, Unrecht zu erbitten, dec hat gleichfalls diese prophetische Kraft erworben. Verzeihe uno dir wird verziehen, spende Trost und du findest Trost, lindere Noth und deine Noth wird gelindert. Nur wer aufrichtig nach Erlösung ringt, und die Selbstsucht bändigt, nur der kann beten; die Andern stammeln leere und eitle Worte. O, wenn doch auch wir vom Geiste der Ergebung und der Gottesfurcht erfüllt wären, daß wir b e t e n könnten. Wir sind Alle schwach und gering und sollten darum unsere Stärke und Größe im Herrn suchen, der dem Machtlosen Kraft verleiht und den Geringen erhöht. Gar mancher von uns hat es erfahren, wie das Unheil gleich einem Wetter dahinbraust und den Bau des Glückes vernichtet, sein Herz ist verödet und zur Wüste geworden und war noch vor Kurzem wie ein blühender Garten zur Frühlingszeit; in dieser Stunde voll Weihe und Heiligkeit saßt die Erinnerung unser ganzes Schicksal wie zu einem Bilde zusammen, daß es uns vor Ueber- Hebung warne und zur Erhebung sporne, o, daß es uns lehre Maaß zu halten im Schmerz wie in der Freude, daß wir den Stolz und den Trotz ausrotten und die Demuth und die Liebe pflanzen. ״Gehe, o Gott, nicht ins Gericht mit deinem Knechte, denn kein Lebender ist vor dir gerecht; sieh, der Verderber verfolgt meine Seele und drückt zur Erde mein Dasein, daß mein Geist sich verhüllte, und mein Herz sich ent-

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