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Israelitisches Predigt-Magazin · 1879-01-01 · 1 (1879) · p. Seite 116

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
5 (1879)
Issue
1 (1879)
Date
1879-01-01
Page
Seite 116 (sequence 129)
Language
German
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— llti — Gesellschaft grell zu beleuchten; wir wollen nicht die Schandmäler entziffern, mit denen das Verbrechen brandmarkt, wirwollen nicht von jenen Ruchlosen sprechen, die wie Schling-- pflanzen an dem Marke der Gesellschaft sangen, überhaupt nicht von den groben Uebertretungen des 'ל׳ת, die gewöhnlich das menschliche Gericht schon ereilt und ahndet. Eine solche Betrachtung wäre hier nicht am Orte, vielmehr, das 'לית, wie es die Stimme des zartern Gewissens in mannigfachem Deutungen an die Gesinnung und Handlungsweise des Menscheu richtet. לא תגנב Du sollst nichts unrechtmäßiger Weise dir zueignen! Du sollst fremdes Eigenthum heilig halten. Diescs Gebotes Tragweite dehnt der Talmud auch auf גנבת דעת (Schewuot 39a.), den moralischen Diebstahl, aus. Mit der scrupulosesten Gewissenhaftigkeit mahnt er gegen ד% die unredliche Gefangennahme fremder Gesinnung, gegen jeg-׳ liche Erschleichung und Hintergehung, ob auch kein materieller Vortheil oder Gewinn damit verbunden sei, und legt unsdadurch die Heilighaltung, die Unantastbarkeit fremden Rechtes und fremder Anschauung ans Herz. Es giebt kaum eine Gesetzesverordnung oder eine Verhütungsregel, welche um die Gewissensfreiheit des Menschen, um die unverkümmerte Wahrheit in den Lebensäußerungen der innern menschlichen Seelenwelt, um die Achtung vor den: fremden Gedankeneigenthum, die um all das so Unnahbare Schranken zöge, als die talmudische Warnung vor dem ננבת דעת, vor dem sogenannten geistigen Diebstahl, vor dem Gesinnungsraub. Oder schlaget einmal auf die Gesetzesbücher der Völker aller Zeiten, aller Lande, blättert nach in den Sammlungen von Rechtsbestimmungen, Satzungen und Weisungen, ob ihr solch eingehende, mit der ängstlichsten Genauigkeit getroffene Verordnungen über Gesinnungsredlichkeit und deren Folgerungen findet? Und gleichwohl hat man den Talmud als die unlautere Quelle von Winkelzügen, Täuschungen, Kniffen und Schlichen verdächtigt und verketzert, dennoch wird man es nicht müde, dem Talmud all die Auswüchse zur Last zu legen, die man dem Juden

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