Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 5 (1879)
- Issue
- 1 (1879)
- Date
- 1879-01-01
- Page
- Seite 84 (sequence 97)
- Language
- German
- Belongs to
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und Milde." Das Bewußtsein der göttlichen Waltung, die Erkenntniß, daß sein Geschöpf ist jeder Mensch — das giebt dem Leben den rechten Werth und Inhalt, da Stolz und Demuth, Selbstachtung und Bescheidenheit es uns> dem Gebild aus Gottes Hand, verleihet. Wahrheit und Treue, Wohlwollen und Milde — Demuth in Gottes Erkennen, das sind die Worte der Thora, die wir legen sollen an unser Herz, die wir bergen sollen in unserem Geiste — das ist der סם חיים, der Balsam des Lebens, welcher schließet die Wunden der Leidenschaften. Und diese Tugenden, m. Th., seid ihr berechtigt, wie von jedem Juden, so auch von Euerem Rabbiner als Grundzüge seines Wesens und seines Charakters zu fordern. Ja, das Einzige, was mir im höheren Maße zu erringen obliegt, die Kunde des Gesetzes, das verpflichtet mich zwiefach, zu erstreben und zu erringen den Tugendschatz. Jeder Mensch ist eine geweihete Lade, weil in ihm ruhet ein Theil des Goltesgeistes. Der Wissende nur, der das Studium des Gotteswortes zu seinem Lebensberufe erwählet hat, gleiche ganz der '״ ארון ברית הder Bundeslade des Ewigen." Innen wie außen war mit' goldenen Platten sie bedecket und ein goldener Kranz umringte sie מכאן שיהא תלמיד הכם תוכו כברו. So sei nicht ein Doppelwesen der Thorakundige. ״Sein Inneres und sein Aeußeres, sein Denken uub sein Thun bilde ein lauteres, harmanisches Gefüge, es entstamme dem Quell der Gotteslehre, und ein Kranz edler Tugenden umringe sein Wesen." Dies, m. Fr., ist die Forderung, welche zu erfüllen ich Gott gelobe und Euch mit Herz und Mund. Doch, wie ich zum Ewigen gestehet ״ על שגיונותob der Irrungen," so ergehet auch an Euch meine Bitte, ihr wollet Schwächen und Mängel und Fehler — des Menschen menschlich Theil — nicht allzustreng verurtheilen, nicht sofort als des Sinnes und des Herzens Verderbniß einmaliges Wanken betrachten. Erfüllen wir gegenseitig das herrliche Gebot: הוד. דן את חברך לכף זכות ״Stets beurtheile — ihn rechtfertigend — deinen Nächsten," daß wir nicht böswillig Absichten und Beweggründe niederer