Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 5 (1879)
- Issue
- 1 (1879)
- Date
- 1879-01-01
- Page
- Seite 85 (sequence 98)
- Language
- German
- Belongs to
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Art als unseres Gebahrens und Verfahrens Quell einander unterschieben. Lasset vielmehr in Offenheit, in Wahrheit, in Milde und in Eintracht uns zusammen wandeln und wirken! II. ״ ולמדתם אותם את בניכםIhr sollt sie lehren eueren Kindern!" I. A. V.! Den, Eltern ist vom Gottesworte der Lehrberuf verliehen worden. Die Achtung, die Liebe und Verehrung, welche des Vaters Walten und der Mutter Schaffen aufkeimen läßt im Kindesherzen, sie bilden die einzig feste Grundlage, auf welcher das Werk der Belehrung sicher ruhen und immer höher ragen kann. Achtung des Wesens und Charakters und in naturgemäßer Steigerung Liebe und Verehrung — sie allein können dem Lehrer verleihen die Kraft, zu bilden, zu erziehen. Und näher, als jeder andere Lehrer, stehet der Elternaufgabe — der Lehrer derReligion. Wemger als allen Andern, liegt es ihm ob. Fülle des Wissens mitzutheilen oder den Geist zu schärfen. Kann er Beides nebenher erzielen, so wird er's sicher nicht verabsäumen. — Doch seine Hauptaufgabe ist und bleibt, das Gemüth zu bilden, den Sinn zu veredeln — die Keime der Thora zu pflanzen in den fruchtbaren Boden des jugendlichen Herzens. Seine Pflicht ist es, entgegenzuwirken der Genußsucht, der Selbstgefälligkeit, dem alles Edle, alles Ideale erstickenden Ueberwuchern des Materialismus — dagegen zu wahren und zu mehren Sittlichkeit und Empfänglichkeit für alles Reine und Gute und Erhabene in unserer Jugend. Sein Ziel ist, daß unsere Kinder verharrend auf dem Boden des Judenthums zur Nichtschnür ihres Lebens nehmen das Wort des weisen Königs: ״ אם רעבישונאך האכילהו להם ואם צמא השקהו מיםWenn deinen Feind hungert, speise ihn, und wenn er dürstet, tränke ihn" — daß sie in Milde wandeln mit den Nebenmenschen und in wahrer, edler Erfassung des Lebens, mit dem Brode der Thora sättigen und mit ihrem die Gluth löschenden Tranke ersticken Gier uub Leidenschaft! Und wie zur Jugend, m. Verehrten, stehet der Lehrer