Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 5 (1879)
- Issue
- 1 (1879)
- Date
- 1879-01-01
- Page
- Seite 82 (sequence 95)
- Language
- German
- Belongs to
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82 i« J ן & fr- -u. ־ u;:T So laffet mich denn, m. A., nach den Anforderungen des Gotteswortes vor euch umzeichnen das Bild des Lebens im Judenthume, im Banne unseres Gesetzes, und damit vor Gott und vor euch darlegen, wie ich leben, wie ich warten will meines Amtes, auf daß Gottes Segen nicht fehle euch und mir! Amen! I. ״ ושמתם את דברי אלה על לבבכם ועל בפשבםIhr sollet legen diese meine Worte an euer Herz und an eure Seele." So, A. V., lautet die erste Forderung unserer Neligion an alle ihre Bekenner. Herz und Seele, Wünschen und Wollen, Begehren und Streben, Gemüth und Verstand sollen bedingt und bestimmt, sollen geleitet und eingedämmet werden durch die Worte des Ewigen. מגיד שנמשלו הבד י ״ תורה לסם חייםDas kündet, die Worte der Thora gleichen dem heilenden, Leben weckenden Balsam. Jeder Irdische ist verwundet von dem יצר הרע, von dem Triebe zum Bösen. Hier haben Neid und Mißgunst, dort Zorn und Haß, da Habgier und Ehrsucht, und wie die manigfachen Aeußerungen der Gier sonst sich nennen — das Gottesgebilde entstellt, seine Lebenskraft geschwächt, sein Gedeihen, sein Behagen gemindert. Und immer gieriger dräuet, immer mehr erstarket, immer weiter greifet zerstörend und verheerend um sich solch geistige Krankheit, wenn nicht zur rechten Zeit noch das rechte Heilmittel wird angewendet. Da bietet sich dar das Wort der Thora als Schutz und Schirm, als Abwehr und Stärkung. Das Wort der Thora? M. Th., ist's wahr, daß Wissen Weisheit schaffet, daß Wissen adelt, da es veredelt? Die Ereignisse der jüngsten Vergangenheit haben voll gerechtfertigt die Ansicht unserer Weisen, daß das Wissen allein nichts gilt und nichts schaffet: כל מי שיודע תורה ואין בידו יראת חםא ״. אין בידו כלוםWer kennet die Thora, ohne daß in ihm wohnt der Sünde Furcht, der besitzet nichts", der ist hohl und leer. Die Thora, welche heilet die von den Leidenschaften geschlagenen Wunden, ist nicht Fülle des Gedächtnißwiffens, noch Schärfe und Schneidigkeit des Denkens. Diese vielmehr