Mannheim
Compact Memory

Israelitisches Predigt-Magazin · 1879-01-01 · 1 (1879) · p. Seite 69

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
5 (1879)
Issue
1 (1879)
Date
1879-01-01
Page
Seite 69 (sequence 82)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/9616701-9617473-9617474--1503-9617551
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

— 69 — Ttgeit Vorfällen unser Inneres dnrchwogen und noch imnier -nicht zur Ruhe gelangen können — haben denn nicht also, sage ich, erst die letzten Wochen uns gelehrt, daß da, wo die heiligsten Besitzthümer der Menschheit mißachtet und verhöhnt werden, das Gift der Zwietracht itttb des Hasses zu einer gar erschreckenden Drachensaat aufgehtV Da erwächst eine Brut, welche nicht einmal vor einer Königskrone scheu zurückweicht, ob sie auch erstrahlt im Glanze der höchsten unbeftrittensten Verdienste, die keine Achtung und Ehrfurcht entgegenbringt selbst der Krone des Greisenalters, ob sie auch verklärt ist durch die erhabensten Fürstentugenden ihres hohen Trägers. Wahrlich, die traurigen Erfahrungen, welche wir an der geheiligsten Person unseres kaiserlichen Herrn vor Kurzem erlebt, sie machen jedes weitere Wort fast überflüssig, sie ersparen uns den eingehenden Nachweis, daß die Religion die unerläßliche Lebensbedingung eines Volkes ausurache. Darum soll das göttliche Wort gelehrt werden in diesen geweihten Räumen, um diejenigen, welche in Lauheit und Gleichgültigkeit sich entfernt vom religiösen Leben und Streben, wieder demselben zu nähern, ihre Herzen wieder zurückzuführen zur Gotteslehre, Sinn und Verständniß in ihnen zu erwecken für ihre erhabenen Vorzüge. Und noch mehr als das Gotteshaus ist es die Schule, in der das göttliche Wort den Kindern soll eingeschärft werden, aus daß sie dauernd den Anschluß finden an die Religion und mit unauflöslichen Banden sich an sie gekettet fühlen ihre ganze Lebenszeit. Denn die Jugend ist nach einer tiefsinnigen Bemerkung unserer Weisen der wahre und einzige Bürge der Religion; auf ihren Schultern ruht deren ganze Zukunft und von ihrer Denk- und Handlungsweise wird es ab hängen, ob sie noch Wurzel fassen wird in dem Boden einer spätereu Zeit. Indern wir deshalb dem religiösen Unterrichte unseren hingebenden Eifer zuwenden, arbeiten wir an dem Fundamente, auf welchem die Welt und die sittliche Weltordnung ruht, erhalten wir ihr den Felsengrund, auf dem sie wird trotzen können den verheerendsten Zcitstürmen. Doch achten wir auch daraus, daß es allsdrück-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.