Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 5 (1879)
- Issue
- 1 (1879)
- Date
- 1879-01-01
- Page
- Seite 70 (sequence 83)
- Language
- German
- Belongs to
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70 lich heißt ״ ומקרבן לתורהnähere sie der Thora," daß eine Annäherung verlangt wird an die Lehre des Mole, an jene Lehre, welche durch Vermittelung des Mose uns ist offenbart worden. Es ist oft die Behauptung ausgesprochen worden, daß das, was unserer Religion allein eigen und eigenartig ist, kaum besonders nachdrücklich zu betonen sei, vielmehr nur im Grunde auf das Gewicht gelegt werden müsse, was ihr gemeinsanl sei mit allen Bekenntnißen, auf die allgemeine Moral, die für alle Menschen gleiche bindende Kraft habe. Nun, m. A., wir wissen ja und haben es bereits ausgeführt, daß auch unsere Religion kein anderes höheres Ziel kenne als ihre Anhänger zu erheben zu den Höhen des wahren unverfälschten Menschenthums und der reinen uneingeschränkten Menschenliebe. Aber sie meint eben, daß die erhabensten Lehren sich dann dem Herzen leichter einprägen und tiefer eingraben, wenn sie nicht in abstrakter Form, sondern in faß- und greifbarer Gestalt, durch gewisse Zeichen und Symbole verkörpert, vorgeführt werden. Sie hat deshalb denselben Fleisch und Blut gegeben in ihren heiligen Vorschriften, sie, um mit dem Propheten zu sprechen, mit Haut und Nerven durchwebt — und sollten wir ihr das zum Tadel anrechnen? Unsere Zeit, wenig geneigt ihren Wünschen und Neigungen Schranken anzulegen, soll durch die kleinen Opfer und Entbehrungen, welche die Religion fordert, erzogen werden zu wohlthuender Selbstbeschränkung und weiser Mäßigung und Erhaltsanrkeit! Unsere Zeit, gewohnt nrit des Blitzes und des Dampfes Geschwindigkeit über die Erde dahin zu jagen,, soll auf Schritt und Tritt auf Mahn- und Wahrzeichen stoßen, die ihr auch den Weg weisen zum Himnrel, den Blick lenken auf den, himmlischen Gott dort droben. Unsere Zeit, welche in ihrer Schnelllebigkeit und wilden Hast nur dem flüchtigen Momente angehört, ihr sollen die großen Gestalten der Vorzeit hemmend in den Weg treten, sie fesseln und festhalten durch ihren wundersamen Zauberglanz und Begeisterung in ihr wecken für die Herrlichkeiten einer glorreichen Vergangenheit. Und darnit arbeiten wir nicht entgegen dem Frieden