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Israelitisches Predigt-Magazin · 1879-01-01 · 1 (1879) · p. Seite 22

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
5 (1879)
Issue
1 (1879)
Date
1879-01-01
Page
Seite 22 (sequence 35)
Language
German
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22 ihr Strahl erreichte, mit Liht alles erfüllte, wohin sie nur dringen konnte! Ja, heiliger Friede, ziehe auch in unsere Brust ein alle Tage nach vollbrachter Arbeit! Ja, süße Nuh׳, erfülle auch unser Herz, namentlich heute am יום הכפירים, am Tage der Sühne, der zur Erhebung und Kräftigung uns erschienen ist; ziehe ein in den Stunden und nach den Stunden der Läuterung, daß sich auch unsere Seele erfreue jenes heiligen Friedens in der Natur, die gleichsam theilnimmt an unserer Feier; daß das Herz sich befreite von dem Dünkel, der sich um es ausgebreitet, von sich werfe alle Schmerzen, die die Sünde uns anfgehalst, die Schellenkappe der Thorheit und die Schlangenhaut der Lüge, alle Bande die uns umstricken! O, daß wir den erhabenen Tag benutzten und seine Stunden zu unserem Heile angebrochen seien! Sei uns gegrüßt, du erhabener Tag, sei uns gegrüßt, vom Schöpfer uns gesandt zur Neubelebung des Geistes, zur Wiedergeburt des Lebens! Das Jahr mit seinen Alltagssorgen und Lasten, mit seinen Fesseln und Banden, mit beit Nosengewinden der Lust und den Sklavenketten der Sinnlichkeit hält uns umschlossen, wie das dumpfe Gemäuer des Kerkers den Sünder; so du aber Seelenarzt, erscheinest, erwachet Jsrael's Herz aus dem Taumel, in den es versunken; zerrissen sind alle Bande, gebrochen die Fessel, frische Kraft rollt in den Adern — Israel ist neuverjüngt in dem Frieden mit sich, mit seinem Gotte! Merkwürdige Gegensätze! Draußen trüber Herbst, hier junger Frühling; draußen welkt das Laub, hier neues, frisches Leben; draußen der Vergänglichkeit traurige Zeichen, hier frisches Erwachen; draußen Dunkelheit, hier Sonnenglanz, der die Herzen erleuchtet; draußen Stürme und Grauen, hier milder Frühlingshauch, der jedes Innere mit neuer Hoffnung erfüllt L Drum seid mir gegrüßt, alle, alle im Hause unseres Vaters שלום שלום לרחוק ולקרוב; riebe, Friede den Fernen und Nahen (Jes. 57,18), Friede allen auf dem weiten Erdenrund! Friede den Nahen, Friede den Fernen, Friede denen, die mit unserem Herzen fühlen, durch eine gleiche Gesinnung mit uns verbrüdert sind, unseres Glaubens beseligende Kraft

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