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Israelitisches Predigt-Magazin · 1879-01-01 · 1 (1879) · p. Seite 20

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
5 (1879)
Issue
1 (1879)
Date
1879-01-01
Page
Seite 20 (sequence 33)
Language
German
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Erhabener über Zeit und Raum, Unbeschränkter in deinem Wirken, Unbegreiflicher in deinen: Walten, du warst unsere Zuflucht in des Jahres brausenden Wogen, in des Lebens buntem Spiel; und doch haben wir dich auch stets gesucht? Ewiger, wir haben deinen Ruf gehört in den heiligen Stimmen des Naturlebens, in dem mächtigen Wellenschläge des Völkerwallens; in unseren kleinen Herzen, wie und doch, haben wir diesen Stimmen immer gelauscht? Du warst unser Vater, der liebevoll unserer wartete; und doch, waren wir auch immer Kinder, deine Kinder, die mit liebendenr Herzen dir folgten? Ach, daß wir es sagen müssen: Nein, wir habeil Dich nicht gesucht, wir haben dich vielmehr verlassen; wir haben unser Ohr hinmeggewendet um die uns lästigen Rufe nicht hören zu müssen; wir haben verworfen dein Wort, verlassen dein Gesetz; Vater wir waren treulose, undankbare Kinder und dem Schatten nur jagte!: wir nach! Und darob ist unser Geist gedrückt, beschämt blickt das Auge zur Erde, vermag es nimmer, sich z!t erheben; stumm stehen wir da, lallen ohmnächtig beiiieu Namen, sinken hin iu den Staub und erkennen unsere Nichtigkeit, die uns fest umschlungen hält und deine Größe, die wir nicht begreifen, und die Seele zittert und das Herz bebet — unserer Sünden Last ist größer, denn wir zu ertragen verniögell. Ach, gehe nicht in's Gericht mit uns, wie könnte der Sterbliche vor dir bestehen! Was ist der Mensch, daß du ׳ein gedächtest, was der Erdensvhn, daß du ihn beachtetest? Staub ist der Mensch und Staub — sein Ende; Gras, das da verwelket, ein Schatten, der da enteilt, eine Wolke, die da entschwindet; ein Traum, der da entfliegt! Du aber bist König, ewig lebend und ewig dauernd, mächtig in deinen: Schassen, unbegreiflich iu deinen: Wesen — an deiner Vaterbrust ruht die Schaar der ohnmächtigen Menschen, und sie alle sind ein einzig' Kind in deiner treuen Wärterhand! Vater, halte das schwache Kind daß es nicht strauchle und Schaden nehme! Nimm sie auf. die Ohnnrächtigen daß sie nicht sinke!:! bleib Zuflucht ihnen immerdar und ob sie auch nicht immer

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