Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 2 (1875-1876)
- Issue
- 11-12 (8.1876) August-September
- Date
- 1876-08-01
- Page
- [Seite 64] (sequence 64)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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366 Tiefe finden? Oder sollen wir uns wenden zu dem Baume, dem Berge, der Wiese, dem Müsse, der Blume, dem Thiere, dem Steine, ist eines von ihnen der Gott, dessen Willen wir wissen wollen, oder ein untrüglicher Dolmetsch? Sie die da entstehen und vergehen, die wir beherrschen? Wohin also, meine Theuren, sollen wir wandern, uni Gottes Willen zu erfahren? Die Natur erforschen, ihre Erscheinungen genau beobachtendem Blitze nachjagen, den Donner belauschen, die Nebel durchdringen, die Wolken zertheilen, die Lüste wagen, die Strahlen brechen, die Körper zersetzen, die Elemente mischen, die Bahnen der Gestirne berechnen, die Stoffe der Sonne finden, die Berge des Mondes besteigen, die Pflanze mit ihrem Wachsthum, ihres Stammes Ringen, ihrer Zweige Röhren, ihrer Blätter Formen, ihrer Blüthen ordnung, ihrer Früchte Säfte, die Thiere mit ihrem Knochenbaue, ihrer Adern Netzen, ihrer Nerven Stränge, ihrer Zellen Gewebe prüfen, — finden wir da was Gott von dem Menschen will, so deutlich, daß wir nicht irren, sind diese Geschöpfe die Herolde des göttlichen Gesetzes und ist ihre Sprache zu verstehen, ihre Schrift zu erkennen? Wohl erzählen sie Alle von Gott dem, der ihn bereits schon gefunden. Wo also ■: gehen wir hin, o Brüder und Schwestern, um zu wissen, was Sünde / ist? Es bleibt, nur Eines übrig כי המצוד, הזאת אשר אנכי מצוך > היום לא נפלאה היא י ממך ולא רחוקה היא לא בשמים היא וכ' ״Dieses Gebot, das ich dir heute gebiete, nicht wunderbar ist es für^ dich, nicht fern von dir, nicht im Himmel ist es, daß du sagtest: Wer steigt für uns zum Himmel und holt es uns und läßt es uns | vernehmen, damit wir es üben, nicht jenseits des Meeres ist es, \ daß du sagtest: Wer geht für uns über das Meer und holt es uns und läßt es uns hören, daß wir es üben/' Nein. כי קרוב! אליי הדבר מאל Nicht die Naturwissenschaft ist es, die über Sünde und Tugend, über den göttlichen Willen belehrt, nicht die Astrologie,^ die Sternkunde, wie sie das Mittelalter geliebt, nicht wunderbares Himmelfahrten, wie sie eine mystische Religion ersonnen, nicht Reisen^ in die Unterwelt, wie sie antike Poesie erdichtet, nicht auf diesen! Wegen gelangen wir zu den göttlichen Gesetzen, das der Menschen^ Thun und Laffen bestimmen soll. Es ist ein kleines Kämmerleins ein Lichtlein brennt darinnen, das sieht dein Auge nur allein. Da^ tritt ein und weihe Dich, um Gott zu empfangen. Da wird er zuj Dir rufen und Dir seinen Willen künden. Du hast, mein Bruder/ Si