Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 2 (1875-1876)
- Issue
- 11-12 (8.1876) August-September
- Date
- 1876-08-01
- Page
- [Seite 58] (sequence 58)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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360 Sinne? Sie sind sein Lohn: שכחי- Und der Mensch, welcher ihm diesen nicht reicht, ist er weniger hart, als jeder andere Arbeitsherr, der seinen Arbeiter fortwährende Arbeit zumuthet und ihn schlecht bezahlt? und wer seinem Geiste nicht die rechte geistige Nahrung, die rechte religiöse Nahrung reicht, was ist er rücksichtsloser, als jener andere Arbeitsherr, der seinem Arbeiter die schlechtesten Speisen reicht und seinen Tisch mit allen Leckerbisten füllt? ״ עוכר שארו אכזריWer seinen nächsten Arbeiter drückt, ist grausam," dagegen ״ גומל נפשו איש חפהder liebevolle Mensch gibt seinem eigenen Geist den Lohn für seine Arbeit." Und welches sind denn die Tage, an denen dieser unser Arbeiter auf seinen Lohn sicher rechnet. Wann ist בלמו? Der Tag ist es, von dem Gott sagte וינפש, es ist des Geistes Tag, der Sabbath, es ist der Festtag, wo dieser edle Arbeiter auf seinen gerechten Lohn wartet. Da hofft er auf Ersrischung, Erquickung, da hofft er Neubelebung נשמה יתרה in sich zu verspüren. Da hofft er auf sinnreiche Reden, auf gedankenvolle Worte, auf göttliche Lehre, da hofft er sich an dem Honig des süßen Glaubens, an der Milch der nährenden Lebensw.eisheit, an dem Quellsprudel ewiger Wahrheit zu laben, da hofft er auf ל המו של תורה die Speise der Thora, auf die -Zehrung des Sittlich Guten לקח טוב, auf die heilsame Kräftigung des Gebetes. Denn des Gebetes größte Macht übt es auf den Menschen selbst, auf seinen Arbeiter, den Geist aus, und Wunderbares leistet uns dann dieser so gepflegte Arbeiter. So wir ihm aber nicht die geistige, nicht die sittlich gute, nicht die Gebetsnahrung zur Zeit reichen, so wir warten, bis einmal Vedürfniß vorliegt, so wir den Sabbath und die Feste mehr dem Körper lohnen, so wir den Arbeiter nicht pflegen, was Wunder, wenn er unruhig ist, sein Recht fordert und in uns den bösen innern Streit erregt, die Qual der inneren Verwilderung, was Wunder, wenn der Geist erlahmt, das Herz vertrocknet! Wenn der jüdische Geist so Großes erzeugt hat, so ruhmvoll durch seinen Scharfsinn, seine Schnellkraft, seinen Schwung, seine Tiefe, seine Selbstständigkeit, das jüdische Herz so bewundert ist ob seiner Weichheit, seiner Festigkeit, seiner Größe und Weite, war da nicht auch nothwendig, daß man dem Arbeiter seinen Lohn pünktlich zahlte, קובע עתים לתורה? Bestimmte Zeiten setze für die Geistesbildung fest und halte sie ein במועהו, zu bestimmten Zeiten versammelt Euch zum Festgebete, das riefen uns die großen Lehrer