Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 2 (1875-1876)
- Issue
- 11-12 (8.1876) August-September
- Date
- 1876-08-01
- Page
- [Seite 46] (sequence 46)
- Language
- German
- Belongs to
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348 Glauben, der durch religiöses Handeln sich dauernd in uns erhalten soll, vor verwerflicher Werkheiligkeit, damit nicht Dürre und Trockenheit des Gemüthes, Asketik und Mechanismus den Platz und den Rang ablausche der grünen uuverwerklichen Geistesfrische, in der das Judenthum nur bestehen kann und muß? Unser Texteswort giebt uns das beste Auskunftsmittel. ואתי ״ תעבדו ובו תדבקוןIhm dienet und an ihm hanget" Unser Gottesdienst und Cultus, der ja an Stelle des Opfers (ד,רק) trat, muß durch jede gottesdienstliche Handlung eine Annäherung des Menschen an Gott * bewirken. Sinnig stellt daher R. Simon b. Gamliel in: Namen der Männer der großen Synode in dem bekannten Satze, der die drei Grundpfeiler der religiösen Weltordnung enthält, den Gottesdienst, zwischen Thora und Wohlthätigkeit, zwischen theoretischer und praktischer Religion, zwischen Geist und Herz, weil der Gottesdienst den Mittelpunkt und Schwerpunkt der ganzen Religion bildet und den Vermittler zwischen Geist und Herz, zwischen religiöses Erkennen und Fühlen abgiebt. Nach der einen Seite erleuchtet er beit Geist mit dem Lichte der reinen Lehre, nach der anderen erbaut er das Herz, erwärmt er das Gefühl mit dem Feuer der echten Menschenliebe :בקרבו יקדיש את קדוש ישראל ובשפתיו יכבד אלהי כבוד. Das Herz, das einer Knospe gleich, nur im warmen Hauche der Gefühle und in der Sonne des Geistes sich öffnet, ist die lebensvolle Welt des Gottesdienstes. ,איזו עבודה שבלב זה תפלד תענית בי)). Das Herz ist die weitgeöffnete Pforte 'זה השער לה für Gott und seine Religion, für Werke der Milde und Liebe, für Tugend, Wahrheit und Recht, für das Erhabene und Gottähnliche. Kurz, religiöse Ideen und Gefühle, die sich nicht gottesdienstlich im Geiste und im Herzen verkörpern, gleichen bloß schönen duftenden Blumen, die schnell blühen, um ebenso schnell zu welken; gelangen sie aber zu unserem Bewußtsein durch herzinnige gottgefällige Handlungen, so gleichen sie tausendjährigen Stämmen, die alle Siürme der Welt nicht von der Stelle bewegen können! Darum rufe ich euch, m. A., an diesem Sabbathe, mit dem der Monat Ellul beginnt, ein Monat, der zum religiösen Ernst, zum gottgefälligen Denken, Leben und Handeln uns besonders auffordert, der uns namentlich erinnert, unserer religiösenPflichten stets eingedenk zu bleiben, die inhaltsschweren Worte Moses zu: אהרי @01 Sti זז * 1( I 1