Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 2 (1875-1876)
- Issue
- 11-12 (8.1876) August-September
- Date
- 1876-08-01
- Page
- [Seite 24] (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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326 Selbstüberschätzung es euch' an Gottvertrauen, Gottesfurcht, Verstandniß und Gottesgelehrsamkeit zuvorthun würde. Und diesmal mit einem Schein von Recht. Hat denn aber nicht Moses größeren Mangel an Vertrauen gezeigt mit seinem Ausspruch: מאין לי בשר ״woher soll ich Fleisch hernehmen, dieses Volk zu speisen", so daß er erst belehrt werden mußte: ״ist denn die Macht Gottes zu eng"?, allein antworten die Weisen auf diese Frage: מה שעשית ביני לבינך ״ מחול לךwas Du gegen mich vergangen, was zwischen mir und Dir vorgegangen, das sei Dir verziehen עכשיו כנגד הרבים אי איפשר שנא׳ להקדישני לעיני ב" י nun es aber darauf ankam, das Gottvertrauen Angesichts der ganzen Gemeinde Israels zu bewähren, diesmal kann keine Verzeihung Dir werden. Sieh Dir das Land von der Fernsicht an, denn Du darfst es ebensowenig betreten, wie der im Tode Dir vorausgegangene Ahron." M. a. Z.! So hätten wir denn nach Anleitung der h. Sch. Mosis unb Ahrons Vergehen gefunden, gefunden, daß ihre Sünde eigentlich nur eine Unterlassungssünde gewesen, daher nur von der h. Sch. negativisch (יען לא) bezeichnet wird. Ob wir recht daran gethan, von der hergebrachten midraschischen Erklärung abzuweichen, überhaupt recht gehandelt, Verborgenes enthüllt zu haben? Hat doch auch einst R. Jehuda fr Bethera dem R. Akiba, der in dem מקושש עצים, den ׳צלפהד von welchem die dieswöchentliche Sidra handelt, wieder finden wollte, mit der Strafandrohung begegnet: (Schabb. 96, b) כין כן ״ובין כן אתה עתיד ליתן ״ את הדיןIn jedem Fall wirst Du einst zur Rechenschaft gezogen, denn, hast Du Recht, so hättest Du schweigen sollen התודה כביתו ואתה מנלה אותו denn was die Thora zudeckt, darfst Du nicht enthüllen; hast Du Dich aber mit Deiner Vermuthung geirrt אתה ׳מוציא לעז על אותו צדיק so hast Du Anrüchiges über einen Tadellosen verbreitet." Allein, m. A., weder Redner noch Zuhörer braucht sich im vorliegenden Fall von Gewissensscrupeln ängstigen zu lasten. Bei Mosis Verschulden hat es eine andere Bewandtniß. Sagen doch unsere Weisen, Moses habe selbst zu Gott gefleht, der Nachwelt sein Vergehen bekannt zu geben. Sie führen bei diesem Anlaß eine herrliche Parabel an. שני פרנסים טובים עמדו להם לישדאל ״zwei seltene Volksführer erstanden Israel in Moses und David. Beide fehlten, nur daß ihr Fehler dem zweier sich vergehenden Frauen glich. Die eine übertrat ein Ceremonialverbot, die andere