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Israelitisches Predigt-Magazin · 1876-07-01 · 10 (7.1876) · p. Seite 300

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Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
2 (1875-1876)
Issue
10 (7.1876)
Date
1876-07-01
Page
Seite 300 (sequence 34)
Language
German
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300 ווי"-"5׳■- Verderben ihn geführt, welche Mächte den anscheinend Mächtigen an unsichtbaren, aber vielleicht auch wohl erkennbaren Fäden gelenkt haben? Die Unsrigen zogen von Sieg zu Sieg, daß wir in athemloser Spannung lesend kaum den fliegenden Botschaften folgen konnten; jener stürzt von stolzer Höhe in rühmlosen Untergang. Ist das Alles ein Spiel launischen Glückes gewesen, blinden Zufalls unberechenbares Würfeln? — J «I. ״ מאת ד דיתה זאתVon dem Herrn ist es geschehen." So hat unser greiser, verehrter König es ausgesprochen, indem er seine Siegesbotschaft mit den Worten begleitete: ״Welch' eine Wendung durch Gottes Führung!" Die religiös Gesinnten haben sich dieser Worte gefreut, nicht allein darum, weil sie Zeugniß ablegten, daß der König fühle und bekenne, er habe nicht durch seine Waffen gesiegt. — Diese Gesinnung unseres Monarchen hätte neuer Beftätigung nicht bedurft — sondern weil sie aus dem Munde kamen, gegen den der Spott der Läugner göttlicher Vorsehung sich nicht wenden durfte. ״Von Gott ist es geschehen, wunderbar ist es in unseren Augen"; so hat der gemeinste Mann im Heere es empfunden, so der Bürger in der Heimath, so Frauen und Mädchen, so die Kinder, die aus der Schule jubelnd durch die Straßen stürmten, so wir, die wir in jenem unvergeßlichen Augenblick zum Gottesdienst versammelt waren. Wie hätte es denn nicht wunderbar erscheinen sollen! Ein bisher auf hundert Schlachtfeldern siegreiches Heer, gepriesene Feldherren — Gott hatte sie — man kann kaum sagen ״gleichsam" — in die Irre geführt, verblendet, daß sie in's Verderben zogen, gefangen, wie die Welt ein Gleiches noch nicht gesehen hatte. Doch das erschöpft den Gedanken noch nicht. Der Urheber des Krieges, der Mann, der so lange der muthigste unter den Throninhabern gewesen, dessen Wort und Winke Millionen lauschten, dessen geheime Gedanken zu errathen Tausende bemüht waren — er war, wie einst Nebukadnezar, vom Himmel gefallen, aber nicht einmal wie ein ״Glanzstern, zu Boden geschlagen, der Völkerbezwinger/") Der Mann ist tobt, wir haben ihn nicht zu richten. Aber darum ist sein Thun nicht vergeffen. Ich stütze mich auf unserer ף Jes. 14, 12.

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