Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 2 (1875-1876)
- Issue
- 8-9 (5.1876) Mai-Juni
- Date
- 1876-05-01
- Page
- Seite 255 (sequence 43)
- Language
- German
- Belongs to
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255 e m Erkenntnis o Mensch r von Ver: so kannst r Wahrheit gewichtigen aben unsere - so UN׳' Iteht es e stehen sie ראשית ח! ft die Ferse n ihr nie- Hrade der XII, 10.; daß Becheidenheit rdergrund ohne jegre Grenso Vervollunbedingt ihre er sichern Es hat einen zu ine warfen. Bescheidenheit — so dachten sie — und nur sie allein ziemet dem Menschen. Denn was ist der Mensch, was seine Kräfte und Fähigkeiten, was seine Lebenszeit und die Dauer seiner Tage? Ein staubgeborener Sterblicher ist der Mensch — antworteten sie — ein schwacher Erdenwurm in Unkenntniß über das, was der nächste Augenblick ihm bringen soll. Seine Kräfte und Fähigkeiten im Vergleiche mit der welterhaltenden Allgewalt des Schöpfers — sie kommen kaum gleich denr Stäubchen an der Wagschale. Seine Lebenszeit und die Dauer feiner Tage — sie gleichet kaum dem Tropfen am Eimer im Vergleiche mit dem unermeßlichen Ocean der Ewigkeit. Und dieses winzige, oh:::nächtige, kurzlebige Geschöpf — schlosfen sie weiter — sollte es wagen dürfen, hochfliegende Pläne, riesengroße Unternehmungen in's Werk zu setzen? Diese kaum mit Leben begabte, hinfällige, irdische Hülle sollte sich vermeffen dürfen, an die Lösung von Fragen zu schreiten, welche über die Grenzen der Endlichkeit hinausgehen? Nie und nimmermehr — antworteten sie — denn die Bescheidenheit verbietet dies. Und fragt :::an sie: ״Was ziemet wohl dem Menscher:?" Sie sind um die Antwort nicht verlegen. Zurückgezogenheit vom geräuschvollen Treiben der Menschen — antworten sie — Fernhalten vom Gewühle der Welt, Vernachlässigung der hohen Ziele der Menschheit, mönchische Einsamkeit und klösterliche Beschaulichkeit — sie stehen dein Menschen wohl an, sie bilden den Gipfel des Erreichbaren auf Erden. Wohin führt aber diese Bescheidenheit, wohin diese Unterschätzung seiner Kräfte unb Fähigkeiten? Zur Trägheit, rn. F., zur physischen unb geistiger: Trägheit, zu Sturnpfsinn und Verdumpfung, zur Entäußerung aller Menschenwürde, zur Entkleidur:g unseres herrlichsten Schmuckes, ja schließlich zum Versinken in thierische Rohheit. לא־־כאלה הלק ״ יעקבNicht also ist der Antheil Jakobs" ruft der Prophet. (Jer. X, 16) Nicht diese Bescheidenheit kanr: uns frornmen, nicht auf diese Weise dürfen unseren demüthigen Sinr: wir äußern. Denn ein Trieb ist dem Menschen eingepflanzet, ein ernster, hoher, heiliger Trieb, er führt den Namen: Trieb zur Thätigkeit. Leben heißt Streben — zu dieser Erkenntniß gelangt bald jeder denkende Mensch. 2אה ״ לעמל הלהDer Mensch — zu mühevollem Streben ist er geboren". (Hiob 5, 7.) Und das gerade bedingt den Adel des Menschengeschlechts, das den Fortschritt der Menschheit. Hat doch der allgütige Weltenschöpfer selbst uns verklärt und geheiliget. Hat er