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Israelitisches Predigt-Magazin · 1876-05-01 · 8-9 (5.1876) Mai-Juni · p. Seite 253

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Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
2 (1875-1876)
Issue
8-9 (5.1876) Mai-Juni
Date
1876-05-01
Page
Seite 253 (sequence 41)
Language
German
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253 Hub ©ein nbe der riet: '*׳ Weiß [eine :e W finden ®um. XII, heil geboten? große gRofeS e überzeugt,^ fein, dem® hre gebühre, > )mbeglückenvissen, nm-I 'יי r einer der-'' Textesmorte j kann, das^ seine geisti- 1 ׳ rden - e® scheidenheit, fז ie verleug-:' aus egyv-; reit morden 'יי nicht neue kolke weilte, lls er aber f . ie, was ge- , s und fei1'; »rischen ן ihrem geeben den! mit machsie auseser Mose, ( hl er uns s chm geder ab- Unsere Textesworte geben Aufschluß: והאיש משה daß Mose Mann, daß er Mensch geblieben, daß er selbst von den nach Götzendienst sich sehnenden Israeliten der Wüste nicht vergöttert, daß seine geistigen Gaben und Vorzüge von ihnen nicht überschätzt wurden — es be-- wirkte dies einzig und allein seine große Bescheidenheit, es bewirkte dies der Umstand, daß er seine Demuth nie verläugnete. Und wir selbst? O, wenn wir in unsern Busen greifen und reuevoll das Geständniß ablegen wollten, daß wir aus Mangel an Bescheidenheit durch Götzendienst und fremdartiges Vergöttern häufig, leider allzu häufig uns versündigen! Kleinliche Zweifelsucht und grobsinnlicher Genussestrieb — find wir wirklich noch nie vor diesen Götzen anbetend auf die Kniee gesunken? Oder waren wir immer bescheiden genug, uns vor Vergötterung der menschlichen Vernunft zu hüten, eben der Vernunft, welche fast nie in Verlegenheit ist, durch Trugschlüsse und Scheinbeweise aller Art unserem Bequemlichkeitsgelüste gar mächtig das Wort zu reden? Diese uufehlbare menschliche Vernunft! O, wir hätten sie bereits kennen sollen, wir hätten schon wissen sollen, ביןלילה היה ובין לילה אבד daß es ihr oft genug eigen ist, das, was sie heute mit einem unendlichen Aufwande von Scharfsinn als unzweifelhaft richtig hingestellt, morgen mit einem noch größeren Aufwande von Scharfsinn als unzweifelhaft falsch zu erweisen. Vielleicht hat der weise König mst Rücksicht auf unseren Mangel an Bescheidenheit uns die Lehre eingeschärft: ״ כבד אודה' מהונך ומראשית כל־־תבואתיךEhre den Ewigen mehr, als dein Vermögen, mehr als die Erstlinge all' deiner Früchte und Ergebnisse." (Proverb. 3, 10.) Und wenn es auffallen sollte, daß er Gott nur mehr als unser Vermögen, nur mehr als die Erstlinge unferer Früchte und Ergebnisse geehrt wissen will — nun der weise König hat das menschliche Herz und die menschliche Verblendung genau gekannt. Er hat wohl gewußt, daß wir oft genug unseren materiellen und geistigen Besitzthümern die Ehre erweisen, welche eigentlich nur Gott gebührte. Wenn er uns nun veranlaßt, Gott noch mehr zu ehren als dasjenige, welchem wir eigentlich göttliche Ehre erweisen, sollte da der Ehre Gottes nicht Genüge geleistet sein? II. ״Und der Mann Mose war sehr bescheiden vor allen Men- Rahmers Israelitisches Predigt-Magazin. Juni 1876. 16*

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