Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 2 (1875-1876)
- Issue
- 6-7 (3.1876) März-April
- Date
- 1876-03-01
- Page
- Seite 210 (sequence 54)
- Language
- German
- Belongs to
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IX. Der Mutter Md! Hrauerrvorte gesprochen an der Mahre der Mutier von Dr. A. Sera in, Rabbiner in Koschnün. Nicht der Klage, nicht dem Schmerze will ich Ausdruck geben, nicht künden, was mein Herz bewegt! Hier im Augenblicke, da wir Abschied nehmen von der todten Hülle unserer geliebten Mutter, theurer Vater und liebe Geschwister, will ich es versuchen, darzuthun, was ewig unser bleibt — was unvergänglich unentreißbar überdauert die Erdenzeit — was unverlierbar trotz unseres Verlustes unser reiches Erbe ist! Jedes Menschenleben — soweit es ein bewußtes, ein planmäßig strebendes ist gewesen, läßt sich schildern in wenig Worten. Sein Inhalt wird, gleichwie meiner Formel, kurz zusammengefaßt. Zwei Worte sind es unserer Weisen, die das ganze, reiche Leben unsrer theuren Mutter wiedergeben. Das eine, zunächstliegende ist: ודע ״ שמתן שכרן של צדיקים לעתיד לבאWisse, daß der Gerechten Lohn im Jenseits erst erfolgt. Ein Leben voller Mühsal, voller Kumnier und Sorgen, voller Entbehrungen und erfüllt von Bestrebungen, deren Ziel und deren Erfüllung theils in weiter Ferne, theils in naher Aussicht jetzt noch liegen. Gleich einem Wanderer, der dahin pilgert durch eine öde, weite Wüste. Schon sieht sein Auge das paradiesische Gefilde, seines Weges Ziel, seiner Mühen Lohn — da finkt er nieder — aufgezehrt ist seine Kraft — und nimmer kann sein Fuß betreten das ersehnte Land. Doch, a. Th., was giebt uns das Recht — den Lohn zu vermissen, ihn für unsere theure Mutter für das Jenseits zu heischen? Das andere Wort, das so ganz und voll uns erhält ihr Wesen und ihr Walten. Den