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Israelitisches Predigt-Magazin · 1876-03-01 · 6-7 (3.1876) März-April · p. Seite 204

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Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
2 (1875-1876)
Issue
6-7 (3.1876) März-April
Date
1876-03-01
Page
Seite 204 (sequence 48)
Language
German
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204 dem Zuge des Herzens, eilen zum Vergnügen, zur Lust — drinnen in der düstern Krankenstube vergehen Tage, Monde und Jahre in E ewigem Einerlei, nur vom Stöhnen und Aechzen des Leidenden unv terbrochen; draußen Freud' — innen Leid (ומחדרים אימה), drauti ßen Leben und Bewegung — innen der Kranke einsam und allein % mit seinen trüben Gedanken, und düsterer noch, als seine öde Um- & gebung ist sein Inneres. Angesichts dieser gewaltigen Gegensätze & schlägt sich der Leidende jammernd die Brust und bricht in bittere 11 Thränen aus: ״Herr und Gott! warum unter Millionen Menschen mir dieses freudenleere Loos, warum schlägst du mich, warum verwundest du mich? Tausende leben um mich herum, die böser sind als ich, die weniger gelebt und gewirkt haben für die Menschheit ß als ich — und dennoch mir allein diese übermenschliche Bürde, diese s! unerträgliche Last! Warum nimmst du mich nicht von dannen, wail rum bannst du meine Seele an diesen schmerzbeladenen Körper, waü rum muß ich hier in diesem weiten Grabe, zwischen diese!: vier f Wänden meines Zimmers mit lebendigem Körper hinschmachten" — א fürwahr! לא המתים יהללו יה auch die vom Schmerz zusammen- ״ gepreßten Lippen dieses lebenden Todtei: preisen Gottes unerforschg liche Weisheit nicht. 3 Eine vierte Gattung von lebendig Tobten kennt der Spruch li der Weisen: 0 מי שמתין לו בניו בחייו שיניו קיהות עידו מהות ״ וכוחו כההTragen Eltern ihre Kinder zu Grabe, so eilen auch z sie mit Riesenschritten der Gruft entgegen. Die Augen werden d vom Weinen matt, die Zähne, die sich im Schmerze zusammenpresv sen, stumpf, alle Kräfte und Säfte schwinden aus dem erschütterten ן Gebein' trauernder Eltern" — so schildern die Alten den Verlust!, geliebter Kinder. Täuschen sie sich etwa? O nein! — Wer die d Ausbrüche eines zügellosen Schmerzes am Sarge eines theuern Kin-׳ .b des nie gesehen, wer noch nie hineingeblickt hat in's Herz der Eltern, wenn sie ihrer früh dahingeschiedenen Söhne oder Töchter gedenken, <3 der hat der größten Schmerzen Einen noch nicht gesehen, und wer « nie von solchen Schicksalsschlägen heimgesucht worden, heil ihm! Denn b aus den trüben Augen, aus den in Schmerz aufgelösten Zügen, aus fi dem tobten bleichen Antlitze weinender Eltern spricht ebenfalls laut und \ deutlich die Klage, die sich zur Anklage gestaltet gegen Gottes obwaltende q Fürsorge — fürwahr לא המתים יהללו יה auch hier lesen wir keine stille \ Ergebung, keine leidende Fügung in Gottes unabänderlichen Rathschluß, r *

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