Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 2 (1875-1876)
- Issue
- 6-7 (3.1876) März-April
- Date
- 1876-03-01
- Page
- Seite 184 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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184 denn nun anders Gott als er die Egypter schlug, hat er etwa ihrer Tugenden gar nicht gedacht und sie partheiisch nur nach ihren Fehlern gerichtet? Fern sei dies von dem Richter der Welt. Er hat ihren Lohn ihnen nicht vorenthalten: לא תתעב מצרי כי גר היית בארצו (V. B. M. 23, 8.) ״Du tollst den Egypter nicht verabscheuen, denn ein Fremdling bist du in seinem Lande gewesen." Wenn nun auch das nicht Gott bewies, was lehrte er denn in der That, als er Egypten schlug? Er lehrte, m. Th., daß er die Menschen straft, die ihn nicht anerkennen, die seinem Willen, sich widersetzen zu können glauben, der da sprach: ״ לא אשלחIch werde Israel nicht entlassen" ויחי בשלח der mußte sie entlassen, der da sprach: מי חי Wer ist der Gott, dessen Befehle ich befolgen soll? er sprach nachher ״ ה׳ הצדיקGott ist der Gerechte!" der da sagte רעה נגד פניכם sagte später ״ וברכתם גם אתיgehet, und auch mich mögt ihr segnen." Als Gott Egypten schlug', so lehrte er, daß eitel sind die Götzen, vor denen jene ihr Kniee beugten, daß eitel ist der Priesterwahn, vor dem das Volk anbetend niederfiel, daß unrein waren die Sitten, denen jene huldigten. Er lehrte, daß er die Völker straft, die maßlos Geister drücken und die Seelen knechten, daß er ein heiliger, reiner. Gott ist, daß er erhaben über Erdenmacht und Erdenwahn treu seinem Worte den Gerechten erlöst, den Frevler züchtigt, daß er ein reines, heiliges Leben will. Wie sollten wir da das annehmen, was die Völker für besser halten, wenn es Gott nicht liebt, wie sollte uns ihre Macht bestechen, wenn sie vor Gott gebrechlich ist, wie sollten wir ihre Sitten für die Umtauschen, die Gott gegeben, wie sollten wir da nicht ängstlich wachen, daß der Geist der Unreinheit nicht in den kleinsten unserer Lebenskreise eindringe, wie sollten wir da nicht darnach streben, auf allen Orten Wachen aufzustellen, die uns warnen, Zäune, die uns abhalten. Da Egypten fiel mit seinem Erdenthum, so ist das פסח, das Hinausgehen zum Geistesthum, zur Heiligung, die Lebensaufgabe Israels, und jeder Stein unseres Hauses muß seine Reinheit tragen, und jeder Schritt uns von Egypten, dem für alle Zeit gerichteten Egyptenthum, fernhalten. III. Und NUN zum letzten Male das מח des Fragenden. Was ist der Grund, daß ihr לבם gar nicht beachtet? was die Ursache, daß ihr etwas liebt, was so oft Euch Schaden bringt?, oder doch den