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Israelitisches Predigt-Magazin · 1876-03-01 · 6-7 (3.1876) März-April · p. Seite 178

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Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
2 (1875-1876)
Issue
6-7 (3.1876) März-April
Date
1876-03-01
Page
Seite 178 (sequence 22)
Language
German
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178 I. עבדה und ״ זבחDienst, Arbeit und Opfer, Hingebung" — das sind die beiden Gegensätze, welche die Auffassungen vom Judenthume bezeichnen. Dienst nennt die fragende Thorheit das Judenthum, Dienst eines Sclaven, der es verschmäht, ein Herr zu sein und Freiheit zu zerließen, der sich selbst nicht bestimmt, sondern den Geboterr eines Andern sich unterordnet, der auf jeden eignen Willen verzichtet und nur den seines Gebieters kennt, der stets bereit ist zu gehörchen, wohin ein höherer Befehl ihn ruft, Dienst und Sclaverei ist ihr dies religiöse Leben. Denn wo sie hinsieht, da ist die freie Merrschheit nicht muthig zu einer eignen Regung, wo sie hinsieht, da ruft eine מצוה: Geh nicht an mir vorüber! Da ist kein Wunsch, keir! Gedanke, kein Ort und keine Thütigkeit, nicht das Feld und nicht das Haus, nicht die Kleidung und nicht die Speise, nicht die Schule urld nicht das Gemeindehaus, nicht die Straße und nicht die Flur, nicht der Himmel und nicht die Erde, wo nicht das Joch der Torah auf den Israeliten gelegt wird. Wenn er geht, so hört sie nur seine Ketten klirren und seine Schlösser rasseln, seine Welt ist ein Gefängniß, wo kaum durch eine Luke das geizige Licht der Lcbenslust hineinscheint. So höhnt die Thorheit, so fragt stutzend die Blödigkeit. Aber זבח lautet die heitere, זבח die begeisterte, זבה die demuthsvolle Antwort des Lehrers, die Antwort des seines Judenthumes sich bewußten Juden. Opfer, nicht Dienst, Opfer, das freiwillig gebracht wird, Opfer, das freudig hingegeben wird, das ist unser Leben. Wir wollen Liebe beweisen, uub giebt es einen Ort und eine Zeit, eine That und einen Wunsch, wo sie fehlen darf ohne ihren hohen Werth einzubüßen? Ist es der Liebe ein Sclavendienst, wenn sie liebt, ist sie nicht dann erst recht beglückend und beglückt, wenn sie aufgehen fann in der innigsten Gemeinschaft, zählt sie die Liebesthaten, rechnet sie mit ihren Leistungen, wägt sie mit ihren Handlungen, kann sie Etwas das Ihre nennen wollen, was sie nicht auch hinzugeben bereit wäre, sucht sie nicht die Gelegenheit und den Ort, um sich zu offenbaren! Nein, nicht Dienst ist uns das Religionsleben, Liebesleben ist es uns. Arbeit, Last nennst du, o Thor, o Blöder, das Judenthum. Last ist nur das, was über unsere Kräfte geht, Last, was gegen unfern Willen ist, Last, was uns in unserer Bequemlichkett stört, und Last, was uns keine Freude bereitet. Wenn es dir Last ist oder Last scheint, so suche den Grund «

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