Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 2 (1875-1876)
- Issue
- 6-7 (3.1876) März-April
- Date
- 1876-03-01
- Page
- Seite 171 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/9616701-9617075-9617245--0524-9617260- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
)e beobachtet ans lehren, «Re gleich- Seele. Schon us uns wiriehen. So- 1 Sabbathskreischenden im Weltge- Als Schutz-!eleiten, sie »ähren und gmchnen, m, es kennt elanstrebend \ Erdenge- Heiligthuni )en. Nicht HeiligthM das Heilig- Heiligthum heiligt Euch ifere alten spncht der ^urer Hei- אלא המי e Aufgabe, sraelitische Zottes aus heiligthum der heilil Erbtheil "תו הנוי der EM M. A.! Als ein weltgeschichtliches Wehr- und Wahrzeichen steht Israel darum noch heute da, um kund zu thun die Macht des Herrn, um durch sein Dasein schon von der unverwüstlichen Kraft des göttlichen Heiligthums Zeugniß abzulegen. Der Gottesgeist, der in diesem Volke als ein Heiligthum gewaltet hat, er war es, der demselben diese zähe Lebenskraft verliehen hat. Wo sind sie hin, die hochbegabten Völker, die schon vor Tausenden von Jahren die herrlichsten Denkmäler der Kunst und Wissenschaft hervorgebracht? Warum sind sie so früh ins Grab gesunken, sie, die die Natur so verschwenderisch mit den schönsten Geistesgaben ausgestattet hatte? Sie mußten untergehn, weil nicht die Heiligkeit, nur der Genuß als Zweck des Lebens ihnen vorgeschwebt, weil sie wie im Rausche dahingetaumelt sind durch's Leben. ״Machet Euch keine Götzen, und Schnitz- und Standbilder errichtet Euch nicht! Der Kultus der Schönheit selbst, er kann zum Götzendienst werden, wenn die äußere Form so sehr das Uebergewicht gewinnt und den Geist gefangen nimmt, daß die V erg eist i g u n g und V e r i n n e r l i ch u n g des Menschen darunter sehr leidet. Das ist es auch, was sich als Grundirrthum hindurchzieht durch das ganze Heidenthum. Anstatt daß das Heilige eingehe in den Geist des Menschen, mit seinem Denken sich verschmelze und sich auspräge in seinem Wesen und in seinem Wollen, stellte der Geist des Heid- Nischen Alterthums das Heilige immer nur außerhalb des Menschen dar, er suchte mit dem Heiligen sich gleichsam abzufinden, indem er ibm in einer körperlichen Gestalt ein Denkmal setzte. ״Machet Euch keine Götzen, und Schnitz- und Standbilder errichtet Euch nicht", so heißt es darum in unserem Textesworte. Es muß der Geist lebendig bleiben, es darf sich der Geist nicht durch die Form verdrängen lassen. Dem Dienste des Gedankens sei die Form gewidmet. Wenn sie sich aber überheben und, anstatt zu dienen, Herrschen will, wenn sie sich selber an die Stelle des Gedankens setzt, dann errichten wir statt eines Heiligthums ein Götzenbild in unserem Herzen. ״Meinen Sabbath sollt Ihr beobachten, und mein Heiligthum sollt Ihr ehrfürchten. Ich bin der Ewige." Im Geiste sollt Ihr dem Gott des Geistes dienen, Eure Heiligthümer, sie seien dazu bestimmt, dem Sabbath gleich mit dem Geisteshauch des Gottesfriedens Euer Leben zu durchdringen.