Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 2 (1875-1876)
- Issue
- 4-5 (1.1876) Januar-Februar
- Date
- 1876-01-01
- Page
- Seite 125 (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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— 125 - seine Lust allein Gesetz soll werden. ורם לבבך ושכחת את ה׳ אלהיך ״Ueberhebet sich dein Sinn, dann vergissest du des Ewigen, deines Gottes!" An der Gottheit Stelle setzet sich der Erdensohn wohl selbst — er dünkt sich Herr der Welten. Daß aber, m. A., der Mensch sich selbst vergöttert, daß er fröhnet und dienet allein seiner Lust, diese neue Art des Götzenthums ist verwerflicher und schändlicher, denn die, der die Heiden gehuldigt haben. Denn diese vermeinten doch wenigstens in ihren Göttern zu verehren den Schöpfer des Himmels, den Lenker der Geschicke, das Vorbild der Tugend. Der Aussatz des modernen Götzenthums aber ist Bauchdienst allein — er setzet das Gelüsten an die Stelle der Tugend, die Begierden an Stelle der Sittlichkeit. Er erhebet den Menschen zur Gottheit, um ihn niederzustürzen in die Tiefen des Lasters. Des Hochmuths Gift zerstört des Denkers Kraft — er wandelt die Weisen in Thoren, er locket und reizet sie vorwärts in jähes Verderben. Sein Ziel eitel Dunkel und Nacht, Haltlosigkeit im Glücke, wie im Unglücke. אמר נבל בלבו אין אלהים השחיתו התעיבו עלילה אין עשה טוב ״Thöricht sprechen sie es aus in all' ihrem Delcken: Es ist kein Gott. Darum werden sie verderbt, handeln sie gräuelvoll — Niemand thut Gutes!" III. והבגד כי יהיה בו נגע צרעת בבגד צמר או בבנה בשתים ״Wenn an dem Kleide sein wird der Schaden des Aussatzes, dem wollenen oder leinenem Gewände:" A. V! Dem Hauptübel unserer Zeit, dem geistigen Hochmuthe erwächst eine Reihe voll Schäden, die gleichsam die Umhüllung, die Umkleidung des einen bilden. Um den Hochmuth faltet sich, ihn dicht bedeckend und verdeckend: צדוות ׳העין der Neid, die Mißgunst. Wollten wir dem Gerede der Leute glauben, so hätte es noch nie soviel unverdientes Glück, solch falsche, ungerechte Vertheilullg allen Besitzes gegeben, als eben in unserer Zeit. Niemand ist — nach der Ander:! liebloser Beurtheilung — werth und würdig dessen, was er erlanget hat. Und der Erfolg? M. Th.! Verbitterung des Lebens unserer Genossen, aber zugleich Verbitterung unseres eigenen Lebens! denn was der Neidische besitzt, verlieret er, und was er erstrebt, erreicht er nicht. Unser Eigen verliert im Beneiden des Anderen uns den Werth, wir können niemals freuen uns des Erlangten, da uns stört die Mißgunst