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Israelitisches Predigt-Magazin · 1876-01-01 · 4-5 (1.1876) Januar-Februar · p. Seite 105

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Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
2 (1875-1876)
Issue
4-5 (1.1876) Januar-Februar
Date
1876-01-01
Page
Seite 105 (sequence 9)
Language
German
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105 Feld. erlieserung durch zeichnet, sie nem st dieser Name, th, den an m\ Ken, wichtig: 11 seiner ganzen Sonne seiner Ken, daß man >rer bewahrten bath" der Tag iß Gottes ein 1, das sie in Milien geeint llso nicht das Vorbote des >urch das Sonber das Große Sabbath zur ehen, so n# ihres Geistes betonte, ein ieß das Hei- Schein, ihre Weisheit für Thorheit erklären, das hieß ein Vernichtungsurtheil über ihren Priesterwahn und Priesterdünkel aussprechen, hieß das gebildetste Volk aller Völker seiner Zeit in seinem Innersten treffen. Das Lammnehmen hieß aber auch ein Gebot eines anderen Gottes als das der Egypter erfüllen, hieß damit diesem huldigen, diesen zum gebietenden Wesen erheben, eine neue Religion bekennen und ihrer Pflicht sich unterwerfen. Das Lammnehmen hieß aber endlich auch, diesem anderen Gotte vertrauen, daß er das Ungeahnte möglich,׳ das Unglaubliche wahrscheinlich, das Geträumte wirklich machen, daß er die Sklavenketten Israels brechen, dem Egypter die Geißel entreißeil, daß er ihren Wahn stürzen werde. Also Dreifaches bedeutete das Lammnehmen. Es war eine Lossagung von Egyptens Geiste, es war eine Stiftung einer neuen Volksreligion, es war das Loblied eines neuen Glaubens und Vertrauens. Der Befehl an die Israeliten lautet: ״ משכו וקחוZiehet und nehmet", und unsere Tradition erklärt ״ משכו מן ע" זZiehet euch vom Götzendienste ab uitb ergreifet das Wahre, das Ewige." Und dies that Israel. Und war dies nichts Großes, wenn ein stolzes, mächtiges, gebildetes, großes Volk, das über viele Länder gebot und Könige zittern machte, in welchem Priester mit List und Schlauheit ihre Blendwerke herrschen ließen, wenn die Menschenmaffe Wahn für Wahrheit nahm, sich willig in seine Fesseln schlagen ließ, wenn sie die Schattenerbschast und das wurmstichige Vermächtniß von Priestertrug mit allem Flitter irdischen Pompes ausstattete, und dennoch eine Schaar von Menschen in der Masse kein Gewicht, in der Menge keinen Beweis, in dem Flitter keinen Glanz sah und frei sich machte, frei sich erklärte von ihrem Aberwitze trotz König und Priester, trotz Volk und Pöbel, ist das nichts Großes? Groß ist es, von der Menge sich nicht die Wahrheit dictiren zu lassen, groß ist es, durch den Nebel, in dem Tausende tappen, hindurch zu dringen, groß ist es, nicht in der breiten Straße des Tages und Modegedankens zu wandeln und den einsamen steilen Pfad eigner Ueberzeugung zu klimmen, noch größer aber ist es, dem blinden Menschentroß zu erklären, daß man ihn nicht für sehend hält, der stolzen trägen Masse die Huldigung laut zu versagen, dem Herrn des Leibes die Herrschaft über den Geist abzusprechen. Denn die Masse, auch die geistige Masse, will Unterwerfung, sie kennt nur ihren Wahn und fordert seine Huldigung; größer ist's, ihr von dieser sich Rahmers Israelitisches Predigt-Magazin Januar 1876. 7V

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