Mannheim
Compact Memory

Israelitisches Predigt-Magazin · 1876-01-01 · 4-5 (1.1876) Januar-Februar · p. Seite 103

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
2 (1875-1876)
Issue
4-5 (1.1876) Januar-Februar
Date
1876-01-01
Page
Seite 103 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/9616701-9617075-9617184--0455-9617191
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

r 103 bem Fremdling, ^ehrwürdigen 9« wohl merth 11 ^uegsfiamme 1nen sich wohl!t diese StM, sllül der Tehre, er Lusgesandt D tragen in m dieser §en Urtheilen, tten Gräbern es hier an erdankt Mn- Jahrzehenden ist hat. Lehrsaal eruer der nn- )vinzen, aus - ich füge ruchslosigkeit - ein קוץ g würdigen gestellt seid, ls, wo der er jüdischen!, weil der fe nach unkt gründt; und die frei und rß ihr nur enste ftoh Mng vererde auch eit wenigden MHrer und Weiserder Jugend bei sich einziehen sehen, welche die Geschenke des Geistes durch Friedlichkeit und Wohlwollen zu würdigen wissen. Vielleicht wissen es Viele von euch nicht, welch' eine bedeutungsvolle Zeit für diese Stiftung herannaht. Das Synagogenjahr, welches wir eben begonnen, ist das fünf zigst seiner großen und reichen Periode. In ihm wird unser Lehrhaus das erste halbe Jahrhundert seiner Geschichte beschließen! Ein halbes Jahrhundert! wisset ihr, was das bedeutet im Leben einer Schule, einer Lehrerpflanzschule? welche Arbeiten, welche Kämpfe, welche Dornen- und Schmerzenssaat, welche Enttäuschungen, welche unbelohnten Mühen; aber dem Herrn sei Dank, auch welche gottgesandte Ernte, welche schwer errungenen Siege! An der Friedensfackel dieses kommenden Schulfestes lasset uns anzünden das Licht eines dauernden Friedens, einer reichen Menschenliebe; und glücklich werde ich mich preisen, wenn also nicht ganz vergeblich erklungen ist mein schwacher Mahnruf nach Licht und immer — mehr Licht. Vollendet ist nunmehr meine Lichtwanderung durch die Gebiete der Geschichte und des Gedankenlebens; und hier stehe ich wieder auf den Stufen unserer bescheidenen Synagoge, und meine wärmsten Segensworte begrüßen das Licht in seiner irdischen wie überirdischen Bedeutung, in seiner dürftigen oder reicheren Entfaltung für euch und ganz Israel. Er glänze fort und fort, es wachse und erlösche niemals unter uns das Licht der Andacht, der Lehre und des milden Friedensgeistes! Allvater, der du das Licht geschaffen als frühesten Schmuck deiner reichen Schöpfung, segne das Licht in seinen verschiedenartigsten Erscheinungsformen, als Sinnbild der Erkenntniß und Anbetung, der Milde und des Friedens, der Menschenliebe und der Duldung! Segne das stille Walten dieses heiligen Tages an all' den gläubigen, hoffenden Besuchern des Gotteshauses. Heilige und vollende das Werk der Buße und flöße Demuth und Bescheidenheit in die überschwellende Menschenbrust. Beschleunige den stillen Schritt der Versöhnung und knüpfe neu das gelockerte Band der Eintracht bei Freund und Genoffen, bei Bruder und Bruder. Segne alle edeln Hoffnungen, die dieser Tag genährt, erfülle alle reinen, selbstlosen Bitten, die deinen Gnadenthron erklommen haben; trockne alle Thränen, die ein reines und heiliges Gefühl hat fließen machen. Nähre

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.