Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 2 (1875-1876)
- Issue
- 4-5 (1.1876) Januar-Februar
- Date
- 1876-01-01
- Page
- Seite 101 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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101 — .. 1«g1 er- 4 alle Wirkun- Men". sMe, des Friedens, ׳eht denn auch 'ieden und Brülenden'); Wiester ganz dedie Fernen')., 1e, Friede dsn i ich heile sie." k \ ngstages nicht ' nehmen; auch \ er Mth, jeitem größeren; Bruders und prochen; denn Welt seit den daß ich non allein es ist änderte, diese biefe Bereitder Waffe ja der Werth musforderte; achsichtslosen - wahre Re- 1er Beleuchöenmischung ner splitterrichtenden Kritik allzu nahe an die Fehler seiner Mitmenschen hinhält, der beraubt sich selber in blinder Lieblosigkeit des höchsten Glückes, welches denkenden Wesen zugänglich ist, des Glückes, Anderen Vorzüge zu leihen und mit königlicher Freigebigkeit den Freibrief des Menschenwerthes ringsum zu vertheilen. ״Das Licht Gottes" heißt die gottentstammte Menschenseele: נר ה' כשמת אדם (Proverb. 20, 27), und Friede, Liebe heißt das Band, welches diese Seele an die Menschheit bindet. Es ist nicht der vereinzelte Kreis, es ist nicht die einzelne Gemeinde, woselbst uns dieser Mangel entgegentritt. Israel ist es in seiner Gesammtheit, das östliche, wie das westliche, welches am Strahle des milden Urtheils Abbruch leidet und für das ich dringen muß auf mehr Licht vom Strahle des Friedens und des Wohlwollens. Ich habe den jüdischen Volkscharakter in den verschiedensten Ländern der Erde mit eingehender Vorliebe studirt, denn in den Gegenden, wo ich geweilt, waren unsere Brüder und Glaubensgenossen aus den verschiedensten Klimaten und Zonen vertreten, und ohne Ruhmredigkeit darf ich sagen, daß wenige Schriftsteller der Gegenwart sich eine genauere Kenntniß dieses Volkscharakters angeeignet haben. — Nun denn, das Resultat meiner Beobachtungen vereinigte sich beständig darin, daß der Israelit die ganze reiche Liebenswürdigkeit seines Wesens gegen die nichtjüdische Welt zu kehren pflegt, daß aber die ungetheilte Rauhheit und Schroffheit seines Wesens einem jüdischen Mitbruder zugekehrt bleibt. Es kann, es wird aber der Antrieb zum Bessern stets von einzelnen Heller schauenden Geistern, von einzelnen Gesellschastskreisen und Gemeinden auszugehen haben, denn der rasche Fortschritt ist nicht Sache der Gesammtheiten. Wie viel nun ein einzelnes Beispiel vermag, wie maßgebend auch ein kleiner Kreis zuweilen für die Klarheit des Urtheils werden könne, das soll dir selbst jetzt nahe gelegt werden, du Gemeinde von Gottesverehrern, in deren Mitte ich welle. Es wandeln flüchtig die Menschen über die Erde mit ihrem wechselnden Geschicke, und Gemeinden haben ihren Beruf und Städte ihre Sendung zugetheilt vom Herrn der Geister. Den Städten, den Gemeinschaften sind im Laufe der Zeiten gewisse Wahrzeichen zu eigen geworden, womit sie sich hervorheben aus der erdrückenden Menge, wodurch sie leben in der Erinnerung ihrer Mitwelt. So