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Israelitisches Predigt-Magazin · 1876-01-01 · 4-5 (1.1876) Januar-Februar · p. Seite 99

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Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
2 (1875-1876)
Issue
4-5 (1.1876) Januar-Februar
Date
1876-01-01
Page
Seite 99 (sequence 3)
Language
German
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99 «rem Z! S «M. als "SMgmIge 1 gewinnen. Wi der nicht h bemüht ist, es betrisft, wer tll und seinen -efslichkeit, das st e, nicht die ׳ gottgefälligen Zicht das Handeln". 1 die nothwen-׳!r Wißen vom te in der Geher ein geselljetzt so tief 1er unliebsa-!n. ׳ misset ihr, Äst aus die Tugend, ohne irgend halt- Lehrern der 1en Glauben Arme, der , rege Sinn n Bedrücktigen früher rklich nicht tznug einer bedrückenden Hierarchie Macht über euch einräumen muß, weil ihr selbst eingewilligt habt, als abhängige Laien den syruchfähigeu W i ssenden gegenüberzustehen. Doch ich lese Gleichgiltigkeit, wenn nicht Ungläubigkeit in euren Mienen, denn das Wort Hierarchie, von der Tagesliteratur breit getreten, hat seine Schrecken für euch bereits verloren. Und darum ist es meine Aufgabe, euch zu sagen, was Hierarchie denn eigentlich sei. Es ist die grausamste Fessel, welche je die Menschheit blutig gedrückt; es ist das Edelste im Knechtesdienste des Gemeinsten; es ist das Geistesbrod der Millionen, ihnen weggeraubt von wenigen Selbstsüchtigen und Vermessenen; es ist der Himmel, gekleidet in die Farben der Hölle. Noch ist das deutsche Judenthum zur Stunde frei von den Fesseln hierarchischer Knebelung; unsere Maigesetze, geschrieben am flammenden Sinai an einem schönen Maitage unserer Geschichte, diese Maigesetze bilden die Magna Charta unserer Geistesfreiheit. Allein die Gefahr ist noch lange nicht beseitigt, ja sie wächst lawinenartig, so lange ihr euch des Lernens und eigenen Urtheils begebet, so lange ihr dem Berufe des Denkens und Erkennens mit der Phrase aus dem Wege gehet: ״Das müssen unsere Rabbiner wissen, das müssen unsere Prediger für uns entscheiden". Ich meinestheils liebe die Freiheit glühend und über Alles, und nicht um die Schätze einer Welt möchte ich sowohl ein Unterdrücker als ein Unterdrückter sein. Ihr aber, wenn ihr diese Vorliebe für das Kleinod der Geistesfreiheit mit mir theilet, so bauet Licht mauern gegen die Knechtung der Seelen, waffnet euch mit Licht und stets mit mehr Licht, bis die Gefahr wird vorübergezogen sein. Am Abend entzünde sich auch hier das heilige Licht, daß es hineinglänze in den Morgen der Freiheit und leuchte ״vom Abend bis zum Morgen." III. Dem Lichte, m. Z., war endlich eine milde Friedensbotschaft zugedacht an Israel und die Menschheit. Das Licht, welches aus gediegenem Golde zwischen Vorhang und Allerheiligstem hervorquoll, oieses Licht bedeutete vor Allem Frieden und Milde des Wesens und Urtheils, Versöhnlichkeit der gesammten Menschennatur. Denn geheiligt dem Frieden war erstens in den Symbolen der ältesten Völker die Olive; und auf lauteres, mildes Wesen deutete ferner Ne reine Trägerschast des reinen Stoffes: auf gediegenem Golde

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