Mannheim
Compact Memory

Israelitisches Predigt-Magazin · 1875-12-01 · 3 (12.1875) · p. [Seite 16]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
2 (1875-1876)
Issue
3 (12.1875)
Date
1875-12-01
Page
[Seite 16] (sequence 16)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
98% known words query
IRI
…/9616701-9617075-9617151--0431-9617167
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

und das Studium derselben. Wäre das menschliche Herz hart wie ein Fels, das Wissen macht es zart und weich und empfänglich für das Gute und Schöne im Judenthum; wäre das Herz durch die Gleichgiltigkeit wie mit einem ehernen Panzer umgeben, das Wissen durchbricht den härtesten Stahl." Darum, m. a. Z., standen im Judenthume die Lehrhäuser immer so hoch im Ansehen; darum wurde allezeit so viel Sorgfalt auf deren Erhaltung und Belebung verwendet; und darum konnte Rabbi Jochanan ben Sakkai getrost Jerusalem untergehen sehen, er hatte sich ja sein Lehrhaus in Jabne gesichert. Die Lehrhäuser waren die Zeughäuser, in welchen die wirksamsten Waffen gegen Gleichgiltigkeit und Teilnahmslosigkeit geschmiedet wurden, und aus eben diesem Grunde soll die Belehrung über das Judenthum die rege Beschäftigung mit jüdischer Wiffenauch in der Gegenwart den Jndifferentismus unter den Juden überwinden. Die Geschichte, die wird es zunächst sein, die uns zum Bewußtsein unseres eigenen Werthes bringen wird. וינער ה׳ בך הבחר בירושלם Die Geschichte des Judenthums ist das Buch der Kriege Israels für seinen Gott, ist das Verzeichniß der Siege des Gottesgedankens. Während andere Völker groß durch Eroberungen, durch Unterjochung und Bedrückung der Menschen waren, steht Jsrael in der Geschichte groß, unerreicht und einzig da durch Erhaltung und Verbreitung des religiösen Gedankens. Es hat ohne staatlichen Zusammenhang, ohne Grund und Boden, ohne andere Einheit, als die seines Bekenntnisses unter dem Haß und Druck der Völker, unter der größten Ungunst der Verhältniffe sich erhalten, und das zur Erfüllung des Gotteswortes. הלא זה אוד מצל מאש Ist Israel somit nicht jener Funke, der sich gerettet, als der Welt das wahre Licht abhanden gekommen war? Hat in Israel nicht das immerwährende Licht Gottes geleuchtet, als die Völker in Nacht und Finsterniß sich gegenseitig vernichteten? War Israel nicht jener Hohe- Priester, der Morgens und Abends die Lampe Gottes anzündete, während die Völker und deren Priester die Lampen Gottes verlöschten, oder wenigstens erlöschen ließen, um im Dunkeln ihr Unwesen zu treiben? Verdient also, m. a. Z., die jüdische Geschichte weniger Aufmerksamkeit, als die der Römer und Griechen, der Babylonier und Aegypter? Soll unsere Geschichte nicht so sehr als die anderer Völker unsere Begeisterung Hervorrufen können? Haben wir nicht ebenso Helden wie andere Völker? Gab's in irgend einem

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.