Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 2 (1875-1876)
- Issue
- 2 (11.1875)
- Date
- 1875-11-01
- Page
- Seite 54 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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esaeegscs■ »;«H» IV. Die Abschiedsmahmmg der Festtage. Schmini-Azereth-^redigl. Von Rabbiner I)r. A. Treuenfels in Stettin. Text: 1. Könige 8, 61.. Siehe, Gott ist meine Hülfe, ich bin getrost und zage nicht; denn mein Sieg und Sang ist Iah, der Ewige, er ward meine Hülfe. Und so möget ihr Wasser schöpfen mit Wonne aus den Quellen des Heils. (Jes. 12, 2-3.) Der Kreis der Feste des heiligen Monats Tischri geht zu Ende, mit ihm der größere Kreis der Feste der sontmerlichen Jahreszeit, und damit diese selbst. ״ רוח וגשםHerbststurm und kalte Regenschauer" begleiten den Tag, mit dem die Synagoge ihr Winterhalbjahr beginnt, und dieser erste Tag desselben ist ein Festtag, damit wir lernen, freudigen Blickes in die Winterzeit schauen, welche herannaht. Wir feiern das Beschlußfest, ״ שמיני עצרתdas Fest des Auf- Haltens, des Zurückhaltens." In einem sinn- und gemüthvollen Gleichniß erklären unsre Weisen die Bedeutung dieses Namens. Ein Vater, dessen Kinder weit von der Heimath wohnten, so daß er sie nur selten um sich sehen konnte, hatte sie einmal alle zum Besuch versammelt. Die festgesetzte Frist verging in Freuden schnell, die Abschiedsstunde kam. Da bat der Vater: ״Kinder bleibt noch einen Tag, laßt euch zurückhalten, noch einen Tag wollen wir miteinander froh sein." So, sagen die Weisen, ist Israel im Tischri vor dem himmlischen Vater versammelt, und wenn die Feste abgelaufen sind, so spricht Gott: ״ ביום השמיני עצרת תהיה לכםnoch einen Tag verweilt und freut euch vor mir." (4. Mos. 29, 35.) Ich will das Gleichniß fortsetzen. Was werden, was sollten die so Vereinigten an dem letzten Tage des Zusammenlebens thun?