Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 2 (1875-1876)
- Issue
- 2 (11.1875)
- Date
- 1875-11-01
- Page
- Seite 46 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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chein Raume die festliche Freude, und zeiget einmal, ״wie schön und lieblich es sei, wenn Brüder zusammen in gleicher Weise wohnen!" II. ״Schön und lieblich ist's, wenn Brüder zusammen wohnen" und — sagen wir, den vollen Sinn dieses Ausspruches erfassend — gemeinschaftlich mit vereinten Kräften zusammen wirken. Hat das Gebot des Hüttenbewohnens mehr das äußerlich Scheidende und Trennende im Auge, und will es für einen Augenblick den äußeren künstlichen Bau niederreißen, der die Brüder auseinander reißt und entfremdet, so soll der aus den vier verschiedenen Fruchtarten zusammengewundene Feststrauß ein Sinnbild sein für die friedliche Vereinigung der verschiedenartigen Eigenschaften und der scheinbar einander widerstrebenden Kräfte; ein Symbol für das Nebeneinanderwirken entgegengesetzter 'Naturen und Charaktere, für die harmonische Vereinigung der verschiedenartigsten Elemente, von denen keins in dem Bunde fehlen darf, der das sittliche All bildet. So ist dieses zweite Gebot eine Ergänzung und eine Vertiefung des ersten. Ihr kennt wohl jene sinnige Deutung der alten Lehrer, die sich an diese vier Pflanzen knüpft. Dem angenehmen Geschmacks und lieblichen Gerüche desEsrog entspricht jene Menschenklasse, die tiefes Wissen und treffliche Eigenschaften besitzt, die Erkenntniß mit Frömmigkeit, Bildung mit Herzensgüte in sich vereinigt; der genußreichen aber duftlosen Frucht des Palmbaumes diejenige Klasse von Menschen, die zwar mit Wissen und Kenntniß ausgestattet sind, die aber keine die Menschen erfreuenden Thaten aufzuweisen haben, deren Herz von ihrem Geiste beschämt wird. Lieblich von Geruch, aber genuß- und sruchtlos ist die Myrthe, beute dabei an Jene, die zwar reich an herzgewinnenden Thaten, von lieblicher duftender Herzensbildung, die aber arm an Kenntniß und Geistesbildung sind. Und nun die Aermsten, in der Bachweide dargestellt, die weder durch Geruch noch durch Frucht erfreut, die Menschen, die auf der Leiter der menschlichen Entwickelung die niedrigste Stufe einnehmen, die nieder durch Wissen, noch durch Thaten, weder durch Herzens-, noch durch Geistesbildung sich auszeichnen! Aber siehe, vereint bilden diese höchsten und niedrigsten Pflanzarten in dem Feststrauße ein Ganzes, ein Schönes, in welchem eins das andere ergänzt und hebt, und so hat sie der Herr würdig befunden, im Gotteshause vor ihm