Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 2 (1875-1876)
- Issue
- 2 (11.1875)
- Date
- 1875-11-01
- Page
- Seite 42 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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— 42 — banden das ganze, aufLöffentlichem Markte versammelte Volk sichtbar gefesselt hielten. Es war zur Zeit der Rückkehr eines Theiles der Verbannten aus Babylon in das heil. Land unter der Leitung Esra^s, der in ihr Inneres die heiligen Worte wieder einpflanzte, die dem Volke in der langen Zeit der Gefangenschaft aus dem Gedächtnisse geschwunden waren. Und am zweiten Tage des Monats Tischri wird da erzählt, ״da versammelten sich die Stammeshäupter des ganzen Volkes, die Priester und die Leviten zu Esra, dem Schriftgelehrten, um zu merken auf die Worte der Lehre." 21712 וימצא 2תורה אשר צרה ה׳ 2יד משה אשר ישם 2ני ישראל 2םכות 2חג 2חדש הש2יעי ואשר ישמיעו ויעמידו קול 2כל עריהם וםרושלים לאמר: צאו ההר וה2יאו עלי זית ועלי עק שמן ועלי הדם ועלי 2״ תמרים ועלי עק ע2ות לעשות סכות ככתוDa fand sich m der Lehre verzeichnet der Befehl des Ewigen an Moses, daß die Kinder Israels wohnen sollten in Hütten am Feste des siebenten Monats, und daß sie bekannt und kundmachen in allen ihren Städten und in Jerusalem also: Gehet hinaus auf das Gebirge und holet Zweige des Oelbaumes, Zweige der Myrthe, Zweige der Palme und Zweige der dichtbelaubten Bäume, um das Hüttenfest zu feiern, wie vorgeschrieben." ״Und Alle, die aus der Gefangenschaft zurückgekehrt waren, bauten Hütten und wohnten in denselben, wie es die Kinder Israels seit den Zeilen Josua's bis zu jenen: Tage nicht gethan hatten, ותהי שמחה גדולה מאוד und es herrschte gar große Freude." M. A.! Wer mit dem rechten Sinn diese Erzählung liest oder hört, dem muß sich der Gedanke aufdrängen, daß ein innerer Zusammenhang herrscht zwischen der Rückkehr aus der Verbannung und diesem ersten in dem heimathlichen Lande gefeierten Feste. Nicht zufällig meinen wir, ist die erste Feier der sich sammelnden Zerstreuten und Versprengten die Feier des H ü t t e n festes. Denn was hatte wohl Israel dazumal am meisten eingebüßt, das es nun wiedergewinnen sollte und mußte? Nichts Geringeres als jenes gehobene Nationalgefühl, jene bewußte Zusammengehörigkeit des ganzen Volkes und der Einzelnen unter einander, die die Lebensbedingung für unser Volk bedeutete, und die in der Verbannung nicht gepflegt und nicht gewartet wurde. Denn jenes schlichte, a ck e r bauende Volk, das dem Hütten bewohnenden nicht allzufern steht, hatte auf dem fremden Boden auch fremde Sitten, Bräuche und Gewohnheiten angenommen, die, der ursprünglichen Einfachheit entbehrend, Gegen-