Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 2 (1875-1876)
- Issue
- 2 (11.1875)
- Date
- 1875-11-01
- Page
- Seite 35 (sequence 3)
- Language
- German
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35 erscheinen, der ^etjch, einen ^ren,u1n es ihnen : be׳ wir Israeliten; m Gotte, wir lassen unserem Vater gels kann, was darf ^Zweiter, da hat ' ״^u H|t unser tw kann nicht wn־ 1 Wir Israeliten ^uung zu fordern, 'hte Zweck, uns ist en und geläuterten Volk, m. A, das es will sich wohl! öer auch die am es in ihrer ganzen lleben zu weihen, ch zu feien gegen f n solch' erhabenen f des Versöhnungs- \ < ״ הראני נאlaß l es die Antwort: t werden, - lasset \ Verstände, - so Und in der That, Erhabenheit, in! t denselben Wor- Propheten geossen- אני אעביר כל י כשש ה׳ לפניך ן orüberziehen und ige, wen ich beime." - Diese es Versöhnungs- Mbetrachtung Herrn! Amen. I. ״ אני אעביר כל טובי על פניךIch lasse alle meine Güte an Deinem Angesicht vorüberziehen." M. A., die Versöhnung, die der heutige Tag uns beut und welche zu erringen unsere sehnsüchtige Seele so mächtig begehrt, sie ist nicht allein der Inbegriff, sondern auch die Quelle alles dessen, was wir durch das Wort gut bezeichnen. Dieser Neberzeuguug kann und darf Keiner sich verschließen, dem die Versöhnung das ist, was sie uns sein soll: ein der höchsten Lichtregion entstammter Sendbote, der jedweden Widerspruch aus unserem Herzen verbannen, der alle Gegensätze in unserer Brust ausgleichen, der jeden Kamps zwischen unserem Denken und Fühlen austragen will. Am heutigen Tage sind wir entrückt jenen Regionen, wo die Finsterniß ihre Stätte ausgeschlagen, jenen Regionen, wo die tyrannischen Mächte der Sünde und der Leidenschaft verheerend weilen, denn der Hang zum Bösen, er ist von uns gewichen, die unedlen Triebe, sie sind aus unserer Brust entschwunden. Am Heutigen Tage erblicken wir Alles in dem nülden, goldnen Lichte paradiesischen Himmelsfriedens, heute ist Alles, was an unserem Seelenäuge vorüberzieht, gut und herrlich, vollkommen und untadelig, heute sind wir mit uns selbst, mit unserem Gott, mit der ganzen Welt ausgesöhnt, denn heute können wir mit dem Psalmisten ausrusen: '״ יתמו חטאים מן הארץ ובEs schwinden die Sünden von der Erde, und die Sünder sind nicht mehr, preise meine Seele den Ewigen!" Am heutigen Tage läßt Gott alle seine Güte an uns vorüberziehen, denn die Versöhnung erhebt uns in jene Lichtsphäre, aus welcher die Sünde und mit ihr alles Böse für immer verbannt bleibt. Ja, m. A, wer nicht blos fastet und sich kasteiet, sondern auch, wie der Jom kippur es fordert, zu jener erhebenden Betrachtung sich emporschwingt, daß die Sünde allein es ist, die alles Böse gebiert, der schaut heute die Herrlichkeit Gottes von Angesicht zu Angesicht, denn sein verblendetes Auge wird von einem neubelebenden Lichtstrahl berührt, und er erblickt sich und Alles, was ihn umgibt, in dem Sonnenglanze himmlischer Güte und göttlicher Milde. Doch, wie nur Wenige sind einer solchen Betrachtung zugänglich! Hat ja jene, täglich mehr und mehr um sich greifende dumpfe und düstere Lebensanfchauung, die unter dem Deckmantel der Resignation die krasseste Selbstsucht auf den Schild erhebt, den Schmerz und das Nebel auf ihr Panier geschrieben und für die herrschende Macht aus