Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 2 (1875-1876)
- Issue
- 1 (10.1875)
- Date
- 1875-10-01
- Page
- [Seite 14] (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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14 Klage. — תרועה bedeutet den Ton des Kampfes וכי ••■מלחמה ״ .־והרעתםUnd wenn ihr in den Krieg ziehet — sollt ihr Lärm blasen" (4. B. M. 10. 9), also der Ton des Kampfes, und zwar des Kampfes, der da schließlich führt zur תקיעה מהוילה, zum lang anhaltenden, unvergänglichen Triumph des Sieges .... Diese vier Töne bedeuten also F r e u d u n d S ch m e r z, K a m p f und Sieg. Und enthalten sie rncht die Skala des jüdischen Lebens, die Tonleiter der jüdischen Geschichte! Israel war einst, und zwar in seiner frühesten Kindheit, glücklich, überglücklich, und schön und herrlich, voll Licht und Sonne wölbte sich lachend der Himmel über seillein Haupte. Ohne Mühe und Beschwerden, ohne Kampf und Sorgen, einzig und allein durch Gottes Hilfe und Gottes Wunder war es aus einer Sklavenhorde zu einem glücklichen, ruhmreichen, angesehenen Volke geworden; Jsrael hatte da sein Land, seinen Besitz, seinen König, sein Szepter, sein Heiligthum, und fein Name ward mit Achtung und Ehrfurcht unter allen Völkern der Erde genallnt. Das war der Ton der reinen, ungetrübten Freude in der Geschichte des jüdischen Volkes . .. Die Freude währte aber nicht lange, denn bald folgte der Ton des Schmerzes und der Trauer, der Ton der Klage und des Jammers. Die Macht des Geschickes, die Gewalt der Verhältnisse zertrat Israels Glück, zertrümmerte Israels Reich, zerwühlte Israels Boden, zermalmte Israels Gebein, und dem armen, unglücklichen Israel blieb nichts von seinem Glücke übrig als nur: — "עוכרים״ ״Trümmerhaufen", nur Weinen und Stöhnen, Klagen und Jammern. Ein jedes andere Volk wäre der Wucht solch furchtbaren Geschickes erlegen, und längst aus der Reihe der Lebenden geschwunden; Israel aber raffte sich auf und stritt und kämpfte, trotz Unglück und Ungemach, trotz Elend und Jammer, trotz Aechtung und Knechtung, trotz Verfolgung und Unterdrückung, stritt und kämpfte es für Gott und sein Wort, für Glauben und Religion, für den Namen und Bestand Israels. Aus dem Blute seiner hingeschlachteteu Brüder schmiedete es sein Schwert, aus den Thränen der Frauen und Kinder den Schild, den Panzer, in und mit diesen Waffen bezwang es jeden Feind, streckte es zu Boden jeden Widersacher. Das ist der Ton des beispiellosen, zweitausendjährigen, heroischen Kampfes und Krieges in der jüdischen Geschichte, und dieser Kampf währt fort, bis Israel, bis die ganze Menschheit vernehmen wird