Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 2 (1875-1876)
- Issue
- 1 (10.1875)
- Date
- 1875-10-01
- Page
- [Seite 8] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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י«3ר* m — 8 — כל המתפלל ערב שבת ואומר ויבלו שני מלאכי שרת מלוין aus לו לאדם ומניחין ידיהן על ראשו ואומרין וסר עונך וחטאתך תכופר Wer am Ende der mühevollen Arbeit, der er die ganze Woche hindurch obgelegen, im Gebet zu Gott sich wendet und ihn als den Schöpfer der vollbrachten eigenen Thaten preiset, den begleiten stets zwei Engel, die jede Gefahr abwehrend, die schützende Hand über seinem Haupte halten, ihn zu bewahren vor neuen und zu reinigen von begangenen Sünden. Und soll ich Euch die Namen dieser zwei Engel nennen? Nun, sie heißen Demuth und Gottesfurcht. Ja, m. A., Demuth und Gottesfurcht sollen heute unsere Fürsprecher sein vor dem Throne des Weltenrichters, denn nur sie föniten den Machtspruch erwirken ״ וסר עונך וחטאתך תכופרDeine Schuld ist gewichen, und Deine Sünde ist gesühnet." Am heutigen Tage treten wir wieder nach einem unter Kämpfen und Ringen zurückgelegten Jahr hin vor unsern Schöpfer und bekennen reumüthig, daß wir schwache Menschen sind, daß nur sein Geist uns belebt, daß nur seine Macht uns beseelt. Wir bringen ihm die Huldigung dar, die ihm, dem Weltenrichter, gebührt; in Demuth und Ehrfurcht stehen wir vor ihm und beten die Malchijoth, die Huldigungsgebete, wir huldigen dem Einig-Einzigen, indem wir nicht das Knie, sondern unser starres Herz und unsern starren Sinn vor ihm beugen, indem wir ibn als König anerkennen über unser Wohl und Weh, über unser Schaffen und Wirken, indem wir ihn zum König machen über unsere Gesinnungen und Handlungen. Und diese wahre Demuth und diese reine Gottesfurcht, sie sollen, sie werden, so sie uns heute ganz erfüllen, die Engel sein, die uns im neuen Jahr leiten und;ühren werden. II. ״ -ר ת- יום יום ידרשון ודעת דרכי יהפצץSie sollen mich suchen Tag für Tag und die Erkennt׳niß meiner Wege beachren." M. A.! Wenn die Selbsterkenntniß, zu der wir heute gelangt sind, nicht bald vorübergehen, wenn die Huldigung, die wir unserem Schöpfer heute in Worten dargebracht, draußen im Leben in unsern Thaten einen Nachklang finden soll, so dürfen wir es nicht dabei bewenden laffen, nur die Schattenseite unserer Natur beleuchtet zu haben, so genügt es nicht, unsere Schwächen uns in Bewußtsein zu rufen, sondern wir müssen auch mit allen uns zu Gebote stehenden