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Israelitisches Predigt-Magazin · 1877-01-01 · 4 (1877) · p. Seite 327

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
3 (1877)
Issue
4 (1877)
Date
1877-01-01
Page
Seite 327 (sequence 75)
Language
German
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— 327 — denen unsre Lieben sind geboren worden, begehen aber in wehmuthsvoller Trauer die Stunde, in welcher ein theures, verehrtes Leben geendet hat. Hin blicken wir mit Entzücken auf den zur Reife strebenden Jüngling, umfangen dagegen mit ernstem Sinnen das abwärts schreitende Greisenalter. Was nun, meine Andächtigen, ist mehr im Sinne der Religion gedacht, der Ausspruch: ״Glücklicher preise ich die Todten, die zur Ruhe eingegangen, denn die Lebenden, welche noch leben," oder unser Verhalten? Hören wir unsere alten Lehrer: ר פנחס אמר: נולד אדם׳ הכל שמחין׳ מת הכל בוכין: ואינו כן אלא נולד אדם, אין שמחים לו׳ שאץ יודעים׳ באיזה פרק ומעשים יעמוד׳ אם צריק ואם רשע, אם טוב ואם רע : R. Pieehas spricht ihre Ansicht folgendermaßen aus: ״Man pflegt zwar bei der Geburt eines Menschen Freude zu bezeigen, bei seinem Tode Trauer. Doch nicht also ist die rechte Weise. Denn grundlos, inhaltlos ist diese Freude, wie diese Trauer. Kannst du es wissen denn, ob deine Freude nicht gar bald in Leid sich kehret, da in die Zukunft dir der Blick versaget ist? Du freuest dich, als ob gewiß, daß dieser Neugeborene wandeln wird die Bahn der Redlichkeit, daß er Ehre und Achtung wird erlangen aus den Pfade seines Schaffens, seines Wirkens!ומת הם צריכין לשמוח׳ שנפטר בשם טוב ויצא מן ״ העולם בשלםBei der Gedächtnißfeier eines Hingeschiedenen, da ist der Ort gegeben für die berechtigte wahre Freude, indem Ihr vor Euch sehet die Ergebnisse eines vollen Menschenlebens! נולד אדם מונין לו למיתה, מת מונין לו לחיים Denn von der Stunde an, da er geboren, geht der Irdische dem Tod entgegen, erst da der irdischen Hülle er entkleidet worden, führet seiner Thaten Lohn zum wahren Leben ihn!" Meine Andächtigen! Wie treffend wird der Ausspruch unseres Meisters bewahrheitet durch den Gegenstand der Feier, welche wir eben jetzt begehen! Dem Gedächtnisse gewidmet eines edlen Mannes, preiset sie den ganzen, reichen Inhalt eines thätigen, seines Zweckes sich bewußten Lebens. Dieses abgeschlossene Leben es lieget, um eine Gleichnißrede unserer Weisen anzuwenden, vor unfern Augen da, gleich einem Schiffe, das von weilen Reisen nach entfernten Meeren mit reicher Ladung glücklich in den Hasen eingelausen ist. Nicht mehr erschreckt, beunruhigt uns der Gedanke an die Gefahren all und all die Unfälle, die dein in's offene Meer hinauseilenden Fahrzeuge hätten begegnen können. Im sichern Hafen geborgen, W

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