Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 3 (1877)
- Issue
- 4 (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- Seite 328 (sequence 76)
- Language
- German
- Belongs to
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328 geschützt vor jedem Ungemach, bietet es uns vielmehr des Segens köstliche Fülle! So wir aber fragen, meine Andächtigen! welches sind die Ergebnisie, die der von uns gefeierte Mann von seiner Lebensreise heimgebracht, was erhebet so :nächtig unsern Sinn, so wir gedenken des Verewigten? — Ein Pfalmenvers nennet uns der Güter reiche Zahl, in wenig Worten eröffnet er uns einen vollen Einblick in den Schatz der edlen Menschenliebe, die diesen -Mann beseelte: •■,אשרי שמרי משפט עשי שבדקה ״ בכל עתHeil verheißet er denen, die das Recht beobachten,' die Wohlthun üben für alle Zeit." Aber schon unsere alten Lehrer haben die Frage aufgeworfen, wie es dem schwachen Erdensohne, der schattengleich nach so kurzem Dasein von dannen geht, möglich sei, Wohlthun zu üben für alle Zeit! Ihre Erörterung nun hat zu dem Ergebniß geführt, daß die Heilsverkündigung des königlichen Sängers denen gilt, welche Wohlthaten säen, die über ihres Lebens Grenzen hinaus für ferne Geschlechter noch Früchte tragen. Daß dies möglich sei und in welch hohem Maßstabe es der Mensch zu leisten vermag, der Gründer dieser und so vieler anderer Anstalten hat es in glänzender Weise dargethan. Ja er gehört zu den עשי ״ צדקה בכל עתzu den seltenen Männern",, die Wohlthun geübt für alle Zeil. Denn für eine jede Altersstufe seiner Mitmenschen, von der zartesten Jugend, bis hinauf zum schwachen Greisenalter, — für alle Bedürfnisse, die des Erdensohnes Dasein erheischet, sowohl für Obdach und Nahrung, als für die Pflege geistiger Erkenntniß, für Kunst und Wissenschaft, hat er mit weit umfassendem Blicke in seinen Bestimmungen Fürsorge getragen. Und so blühen und gedeihen zum Heile der Menschheit dw von diesem Edlen gegründeten Anstalten — und noch die spatesten Geschlechter werden in dem Urheber derselben verehren einen Wohllhater seiner Religionsgenossen, einen wahren Menschenfreund! Deßhalb preise ich glücklich die Todten, die schon zur Ruhe eingegangen, mehr als die Lebenden, welche noch leben, — denn das Verdienst solcher Woblthaten bereite dem Geiste eine ewige Stätte im Kreise der Seligen! Amen!