Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 3 (1877)
- Issue
- 4 (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- Seite 314 (sequence 62)
- Language
- German
- Belongs to
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314 ״bist denn du ein Dieb oder Würfelspieler, daß du das Tageslicht scheuest? Woraus jener erwiederte: מלאך אני ומיום ״ שנבראתי לא הגיע זמני לומר שירה עד עכשיוIch bin ein Engel, und seit meiner Erschaffung kam bis zum heutigen Tag nicht die Reihe an mich, Gott zu lobpreisen." — Der Kampf, das will die Sage lehren, den Jacob mit Esau's Schntzgeist, mit den Mächten der rohen Gewalt, des Aberglaubens und des Irrwahns führte, war kein mit physischen, sondern geistigen Waffen geführter und des Kampfes hehrer Preis waren — Oelkrüglein. Das ist ein bedeutsames Symbol für Israels tausendjährige Kämpfe. Der im Oelkrüglein gebundene Licht- und Würmestoff soll, von Jacob angezündet, in Israel, dem Gotteskämpfer, entfesselt werden und als mildstrahlende Geisteshelle und Glaubenswärme die finsteren Räume der Jahrhunderte, in denen sich Israel Schritt für Schritt den Geistesboden erkämpfend, fortbewegen soll, erleuchten und imnitten der ganzen Welt eiskalter Lieblosigkeit Israel mit der Glaubensinnerlichkeit wohlthuender Wärme durchströmen. Für der Geisteshelle und Glaubenswärme hehre Güter kämpften auch die Makkabäer. In ihnen sollte das in der Griechenherrschaft versiegelt gewesene Oelkrüglein zu Ehren gelangen. Dieses Oelkrügleius Inhalt, welcher bei den jüdischen Griechlingen und käuflichen, national-feindlichen Hohenpriestern gebunden, versiegelt blieb, sollte in den Makkabäern entfesselt werden, und durch sie des Gottesgedankens Licht und der jüdischen Glaubenswahrheiten Wärme weithinstrahlen lassen. Nicht glänzende Waffenthaten, sondern das znr richtigen Würdigung wiederverholfene Oelkrüglein nur kann und darf sonach als Channckafestsymbol gelten. Denn das im Oel schlummernde Licht und die aus diesem ausströmende' Wärme sind dem ״Licht und Lehre" (אורה זז תורה) als identisch haltenden Judenthum Grundelemente seiner Lebensbedingung. Mit dem Oel salbte man daher den Altar, des Hohenpriesters und des Königs Haupt. Diese alle sollen Licht- und Wärmetrüger und als solche Friedensboten und nicht Kriegszeichen sein. Dem ölbestrichenen Altar durfte