Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 3 (1877)
- Issue
- 4 (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- Seite 312 (sequence 60)
- Language
- German
- Belongs to
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312 markenden Fluch der Geschichte überantwortet bleibt, leuchtet Jahr für Jahr seit der Tempeleinweihung nun schon 204lmal erneuert, das glorreiche Andenken der Makkabäer aus den mildstrahlenden Chanukkalichtern zu uns herüber, alljährlich uns erweckend, erbauend, begeisternd und für Israels Heiligthümer zu Liebe entflammend! II. M. a. Z.! Welche Lehre entnehmen wir dem Chanukkafeste? Zunächst diese, daß der Name unseres Festes nicht an die makkabäischen Heldenthaten des Kriegsruhmes, sondern an die Einweihung des besudelten Heiligthums anknüpft. So feinfühlige Anempftndung sich jedoch immerhin in dieser Benennung zum Ausdruck bringt, so sehr fordert diese gleichwohl unser Nachdenken heraus. Wie verträgt es sich, muß man fragen, mit der vielgepriesenen jüdischen Pietät, welche wahrhaft großen Leistungen stets ein dankbares Andenken bewahrt im Herzen des Volkes — wie verträgt es sich mit dieser dankbaren, schuldpflichtigen Anerkennung, daß die, Judäa vom Abgrund sicheren Unterganges rettenden kriegerischen Heldenthaten der ruhmgekrönten Makkabäer kaum gewürdigt, geschweige denn symbolisch in Haus und Synagoge verewigt wurden? Die kurze Gebetformel, welche in später Zeit, gleichsam um die Unterlafsungsfünde einigermaßen gut zu machen, enstanden und die nicht so sehr die makkabäischen Großthaten als die bekannte Sage vom Oelkrüglein verherrlicht, entschädigt uns keinesfalls für das Ausscheiden der Makkabäerbücher aus dem biblischen Verband der heiligen Bücher. Und wenn eine, wenn noch so schöne, Idylle (Ruth); eines Weltschmerzlers Skeptik (Koheleth; ein, wenn auch vom Liebreiz der Poesie angehauchtes Schäsergedicht (Lied der Lieder) kanonische Heiligkeit erlangte und nachgerade die fruchtbarsten Anregungen zu Israels Geistes- und Gemüthsleben bot, warum mußten allein die Makkabäerbücher, die in Goldrahmen gefaßt zu werden verdienten wegen der darin handelnden Personen der Hasmonäer,