Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 3 (1877)
- Issue
- 4 (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- Seite 299 (sequence 47)
- Language
- German
- Belongs to
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Predigt zum AL schnitte וישב von Rabb. Dr. A. Lewin. Ja, a. V.! Günstlinge des Glückes nennen wir Diejenigen, welchen Alles, auch das scheinbar Gewagteste gelingt — vom Glücke gemieden wiederum sind Andere, denen auch das vortrefflichst Erdachte, das reiflich Erwogene sehlschlägt. Und mit diesen Benennungen, vermeinen wir, sei es abgethan, sei unser Verftändniß der Erscheinung selbst dargethan. Aber weit gefehlet, vielmehr hat, da der erfassende Gedanke fehlte, allein das Wort sich eingestellt. Denn, was ist's, daß dem Einen Glück und Gelingen an seine Pläne fesselt, das dem Andern niemals hold sie lächeln läßt? Sollte nicht im Menscheu selbst, in seinem Wesen und Gebühren zuerst und zumeist die Erklärung zu suchen sein? Wohl, m. Th., wollen wir hiermit nimmer bestreiten den überwältigenden, vernichtenden Einfluß widrigen Geschickes, nur diesen einschränken aus ein kleineres Gebiet, und im Gegensätze dazu ausdehnen des Menschen Selbstverantwortlichkeit will unsere Antwort: Des Glückes Günstling ist, wer es versteht, zur rechten Zeit das Passende und Erforderliche zu planen und auszuführen. Sein Gegenstück ist, wer immer erst n a ch her zur Erkenntniß dessen kommt, was vorher Noth gewesen wäre, der richtig planet, richtig handelt, allein ein wenig stets zu spät! Selbstverschuldet ist somit, trotz scheinbar tüchtigen Strebens, — der größte Theil der Unfälle und ungünstigen Ereignisse, deren Gesammtheit wir mit ״Unglück" zu bezeichnen pflegen. Weiter erstrecket zumeist sich die eigene Schuld, als wir nur ahnen