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Israelitisches Predigt-Magazin · 1877-01-01 · 4 (1877) · p. Seite 298

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
3 (1877)
Issue
4 (1877)
Date
1877-01-01
Page
Seite 298 (sequence 46)
Language
German
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293 dafür hinopfern Tugend und wahre Ehre, Charakter und Selbstständigkeit, ja Seele und Leib, und es ist doch Flitter und Tand — laßt es uns nennen, wie die Vorfahren gethan: Hawel hawalim, Eitelkeit der Eitelkeiten! Was man preist an Andern und wohlgefällig beräuchert an sich selbst als hohe Wohlthätigkeit, erhabene Humanität, bewundernswerthe Freigebigkeit — laßt es uns schlechtweg nennen: Zedokoh, Gerechtigkeit, Pflicht und Schuldigkeit! Was Andere als besondere consessionelle Liebe in Anspruch nehmen und für sich mit Beschlag belegen möchten — laßt uns nicht zanken; wir nennen es Gemiluth chesed, dessen der Reiche benöthigt ist, wie der Arme, der Gesunde wie der Kranke, der Glücklich-frohe wie der im Unglück Trauernde, der Todte noch wie der Lebende, und welches wir daher üben wollen und sollen, um Gottes und unser selbstwillen. Wenn man Bekehrung Andersgläubiger und Glaubensvergewaltigung, ja Leibestödtung ״zur größeren Ehre Gottes" vollzogen nennt, so laßt uns den Ausdruck bezeichnen als Gotteslästerung und die Sache als תועבת ״ ד׳ אשר שנאGräuel Gottes, ihm verhaßt!" Gar manches von dem, was die Welt als Kennzeichen von Bildung preist, und feinen Ton und noble Führung und Vertrautheit mit dem Neuesten und Modebeherrschenden —laßt es uns bezeichnen als NS נבול u. ״ זנותVerunreinigung des Mundes, Unzucht!" Und jedes Vergehen eines Juden gegen Recht und Ehre, gegen Tugend und Sittlichkeit — nennen wir es Chiliul haschem, ״des göttlichen Namens Entweihung!" Alles Gute und Edle aber, alles Ehrende und Nachahmenswert^ sei und bleibe uns Kiddusch haschem, ״des Gottesnamens Heiligung", von uns als das Höchste zu erstreben, um zu erben und zu vererben Heil und Seligkeit für und für.

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