Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 3 (1877)
- Issue
- 4 (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- Seite 284 (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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284 zur Opfergabe und annehmen ein Wohlgefälliges aus eurer Hand. Und ihr sprechet: Weßhalb? Weil der Ewige Zeuge ist zwischen dir und dem Weibe deiner Jugend, gegen welches du treulos warst, da es doch deine Gefährtin und das Weib deines Bundes ist." (Mal. 2, 13) Heilig soll dem jüdischen Manne seine Gattin sein, und Thränen benetzen den Altar des Herrn, wenn er treulos und lieblos gegen sie gehandelt. Dies, m. A., sind die Rechte der Frau, daß sie auf Liebe und Achtung Anspruch zu machen hatte, ihre Rechte bestanden in den Pflichten ihres Gatten. Was bedurfte sie da noch der Wohlthaten des Staates, obwohl auch dieser sie nicht zurücksetzte, ja ihnen sogar, wie den Töchtern Zelafchad's, Antheil am Lande verlieh! Die heilige Schrift wußte es, daß der Frau andere Rechte geben, nichts Geringeres bedeute, als sie unglücklich machen, daß es dasselbe sei, als wollte man eine zarte Blume, die nur hier im friedlichen Thale gedeiht, auf einsame Höh' verpflanzen, wo der Sturm sie schüttelnd brechen kann, und was ist denn das Leben draußen anderes als eine Folge von schweren Entbehrungen, von harten Müh'n und Kämpfen? — Die heilige Schrift vergaß nie und nimmer die Gesetze der Natur, welche, durch weise Vorsicht geleitet, nicht alles einer Kraft aufbürdet, welche in des Nordens rauher Kälte ganz andere Pflanzen gedeihen läßt als in.des Südens versengender Gluth. Was Wunder, wenn nach all' diesem das jüdische Weib ein Muster, ein Vorbild von Züchtigkeit geworden, ״so daß, wenn der weise Salamo vor Verführung warnt, er nur immer von einer .זרד einer ״fremden", einer ״Ausländerin" spricht und sprechen kann!" — Was Wunder, wenn die jüdische Geschichte so reich ist an heh'ren Frauengestalten, ja wenn sogar jüdische Frauen durch ihrenי sittlichen Ernst für würdig befunden wurden, als Prophetinnen auszutreten! Aber nicht aus dem Markte, nicht in den Versammlungen der Männer könnt ihr siez antreffen, nein, in ihr Haus müssen die Könige senden, um sich Raths zu erholen. — Also war das jüdische Weib, also sind die Rechte der Frau nach dem weisen Gesetze der Bibel.